Mobile Marketing via Social Media: Wieso an Instagram kein Weg vorbeiführt

Mobile Marketing via Social Media: Wieso an Instagram kein Weg vorbeiführt
22. Januar 2019 Mustafa Mussa
Marketing via Social Media

Kaum eine Plattform gewinnt derzeit schneller an Bedeutung als Instagram. Das auf Bilder und Videos fokussierte Social Network, das nahezu ausschließlich per Mobile App genutzt wird, wird immer mehr zum Place to be. Nicht nur für Privatpersonen und Influencer, sondern auch für Unternehmen. Schon machen Sprüche wie „Instagram ist das neue Facebook“ die Runde – und immer mehr Unternehmen setzen Instagram im Mobile Marketing ein. Wir zeigen, wie Sie dabei erfolgreich sind. 

 #10yearschallenge zeigt das Potenzial von Instagram

 Aktuell zeigt Instagram mit der #10yearschallenge, wie viel Potenzial in der Plattform steckt: Prominente und auch ganz einfache Menschen zeigen unter dem Hashtag eine Fotocollage, die ein Bild aus dem Jahr 2009 und ein aktuelles Bild aus 2019 zeigen. Damit hat das noch junge neue Jahr sein erstes Social-Media-Phänomen, das so schnell an Popularität gewinnt wie etwas die legendäre Ice-Bucket Challenge. Models wie Heidi Klum, Schauspielerinnen wie Anne Hathaway oder Reese Witherspoon und auch Fußballprofis wie Mario Götze haben schon mitgemacht. Die Challenge zeigt, dass früher nicht alles besser war – und viele Menschen mit dem Alter sogar noch schöner, fitter und gesünder werden. Manche der Bilder haben in wenigen Tagen eine Million Likes geschafft und immer mehr große Medien wie z.B. Bento berichten über die #10yearschallenge 

Quelle: https://www.instagram.com/p/BsuwqjaF9jq/

Facebook verliert, Instagram gewinnt Nutzer

Verschiedene Studien zeigen, dass Facebook derzeit in Deutschland regelmäßig Nutzer verliert, während Instagram deutlich zulegen kann. So konnte Instagram laut ARD/ZDF-Onlinestudie die Zahl der Nutzer, die den Dienst mindestens einmal pro Woche verwenden, von 9 auf 15 Prozent steigern. Der Wert bei Facebook sank im gleichen Zeitraum von 33 auf 31 Prozent. Insgesamt zählt die Plattform weltweit mittlerweile mehr als eine Milliarde Nutzer, die den Dienst mindestens einmal im Monat verwenden. 

infografik social media

Quelle: https://de.statista.com/infografik/15746/nutzung-sozialer-netzwerke-in-deutschland/

 Stories und IGTV als Erfolgsfaktoren

 Zuletzt entwickelten sich vor allem zwei neuere Features zu Erfolgsfaktoren für Instagram: Zum einen die im August 2016 gestarteten Instagram Stories. Dabei handelt es sich um eine Aneinanderreihung von vertikalen Bildern und Videos inklusive diverser Filter und Effekte, die nur für 24 Stunden online bleiben und danach wieder verschwinden. Das Feature hat Instagram von der bis dahin gehypten App Snapchat kopiert. Laut der letzten offiziellen Zahlen aus dem Juni 2018 konsumierten damals bereits 400 Millionen Nutzer täglich Stories. Zum Vergleich: Snapchat hatte zu diesem Zeitpunkt weltweit „nur“ 191 Millionen tägliche Nutzer. 

 Im Juni 2018 wiederum startete Instagram sein nächstes Format IGTV (kurz für Instagram TV): Dabei handelt es sich um eine gesonderte Videoplattform, auf der Nutzer ausschließlich Videos posten können. Bei einfachen Nutzern ist dabei die Videolänge auf 10 Minuten beschränkt, bei beliebten und verifizierten Accounts auf 60 Minuten. Die Videos lassen sich dabei sowohl in einer Stand-Alone-App gucken als auch direkt in der App von Instagram. Nach einem halben Jahr am Markt gibt es noch keine offiziellen Nutzerzahlen zu IGTV, aber es hat definitiv das Zeug zum Gamechanger. Instagram-Manager Heiko Hebig betont in einem Fachbeitrag, dass es bei IGTV weniger um professionell produzierte Videos geht, als vielmehr um Originalität und Authentizität. „Was bereits für Stories gilt, gilt auch für IGTV: die Nutzer wissen es zu schätzen, wenn sie bei ihren Lieblingsmarken einen Blick hinter die Kulissen werfen dürfen, oder persönliche Inhalte der Menschen hinter den Unternehmen gezeigt werden. Während Social Media Stars wie Lisa und Lena ihre Follower auf IGTV mit zur ersten Surfstunde nehmen, zeigt die Drogeriekette dm der Community exklusive Eindrücke von der Glow, der hauseigenen Beauty-Messe, und Hugo Boss teilt Einblicke in die Vorbereitung der neuesten Modeschau“, schreibt Hebig. 

Drei Tipps zur Instagram-Strategie für Unternehmen

1. Bespielen Sie regelmäßig Ihren eigenen Instagram-Account

 Haben Sie schon einen eigenen Instagram-Account für Ihr Unternehmen? Wenn nicht, sollten Sie ihn sich schnell zulegen, um bei Präsenz zu zeigen und mit Ihren Kunden oder Ihrer Community in Kontakt zu kommen. Überlegen Sie sich, mit welchem Content Sie hier punkten wollen und was Ihre strategischen Ziele sind. Zum Einstieg eignen sich als Klassiker erstmal Fotos und Videos für den normalen Feed von Instagram. Manches Unternehmen nutzt Instagram bereits als Kanal für den Abverkauf, gerade Mode- und Beautyunternehmen betreiben dies sehr aktiv, denn sie können hier gut mit Hochglanz-Bildern punkten. Manche Medienunternehmen glänzen mit einer modern aufbereiteten Form von Nachrichten (so hat bspw. die „Tagesschau“ eine halbe Million Follower bei Instagram). Und wiederum andere Unternehmen nutzen Instagram für die Mitarbeitersuche und zum Employer Branding. Für Instagram-Neulinge, die andere Social Networks bereits kennen, gilt es allerdings, eine wichtige Besonderheit zu beachten: Instagram erlaubt zwar Begleittexte zu Fotos und Videos, aber keine direkten Verlinkungen. Manche Nutzer posten trotzdem Links unter ihren Beiträgen. Diese können jedoch nur mühselig per Copy & Paste von Nutzern geöffnet werden. Die einzige direkte Verlinkung, die Instagram zulässt, ist unterhalb des Nutzerprofils, auch „Bio“ genannt. Immer mehr Unternehmen fügen daher regelmäßig wechselnde Deep Links in ihre Bio ein und schreiben unter ihre Beiträge dann: „Link siehe Bio“ oder ähnlich. Das bringt aber den Nachteil, dass Nutzer, die ältere Beiträge von Ihnen sehen, dann evtl. auf einen falschen Bio-Link klicken, der eigentlich zu einem neueren Beitrag gehört.  

 2. Werbeanzeigen und Shoppable Posts mit direkten Verlinkungen 

 Auch wenn Instagram eigentlich keine direkten Verlinkungen in Beiträgen zulässt: Für Werbeanzeigen bei Instagram gelten andere Spielregeln und darin sind Verlinkungen zugelassen. Ein cleverer Schachzug der Instagram-Mutter Facebook. Denn wer über Instagram Verkaufserfolge erzielen will, für den eignen sich Anzeigen mit Links natürlich viel besser als die kostenlosen Instagram Posts ohne Links. Bei solchen Anzeigen erscheint direkt unter dem Foto oder Video ein kleiner Button. Werbekunden können diesen etwa mit „mehr dazu“ oder „jetzt einkaufen“ beschriften und er kann direkt in einem Mobile Shop führen. Besonders für Fashion- und Beauty-Anbieter interessant sind zudem sogenannte Shoppable Posts: Dabei können Fotos auf Instagram mit Tags versehen werden, die die darauf gezeigten Produkte einkaufbar machen. Voraussetzungen dafür sind unter anderen ein Business-Profil und eine Verknüpfung mit einem Facebook-Katalog. Das funktioniert über den Facebook Business Manager oder externe Drittanbieter wie Shopify oder Big Commerce. 

instagram story ads

Quelle: https://business.instagram.com/advertising/

 

3. Nutzen Sie verstärkt Instagram Stories 

 „Nicht der Feed wird an Relevanz zunehmen (hier werden die organischen Reichweiten massiv sinken) – sondern die Stories“, warnt Social-Media-Experte Sachar Klein in seinen Prognosen für 2019. Zeit also für Unternehmen, den Fokus stärker auf Instagram Stories zu legen. Schließlich werden diese ganz oben in der App angezeigt und bekommen dadurch viel schneller Aufmerksamkeit als einfache Posts. „Aktuell noch werden Stories wie ein Tagebuch gebraucht. Hier wird sich die Kreation (Schnitt, Layer & Storytelling) professionalisieren“, glaubt Klein. Heißt: Professionelle Stories dürften künftig häufiger anhand einer Art Drehbuch realisiert werden und weniger als spontane Aneinanderreihung von kleinen Erlebnissen. Und selbst wenn es nicht gleich ein ganzes Drehbuch ist, Strategieberater Julian Heck rät: „Sei täglich – ja, bestenfalls täglich! – in den Stories aktiv. Teile jeden deiner Posts auch in deiner Story und sage etwas dazu. Nutze Interaktions-Elemente wie den Fragekasten, Umfragen oder den Schieberegler. Und veröffentliche lieber dreimal täglich drei Story-Sequenzen als einmal zehn. Das erhöht die Sichtbarkeit bei deinen Followern.“ Denn immer, wenn etwas Neues in der Story passiert, rutscht diese in der Sichtbarkeit auf Instagram wieder nach vorn. Mit Verlinkungen innerhalb von Stories ist es aber für viele Nutzer ähnlich schwierig wie bei den Posts: Zwar gibt es bei den Stories eine „Swipe Up“-Funktion für Links, aber die wird nur bei Werbeanzeigen oder für Nutzer mit Business-Profilen und mindestens 10.000 Followern freigeschaltet.  

Fazit

 Instagram ist eine spannende Plattform für Mobile Marketing im Jahr 2019. Die Nutzungszahlen steigen, besonders bei jüngeren Zielgruppen, während der einstige Social-Media-Platzhirsch Facebook an Boden verliert. Gerade die Stories gehören mittlerweile zu den beliebtesten Formaten, „snackable Content“ fürs Smartphone zu produzieren und zu nutzen. Wir von bam!interactive sind seit rund einem Jahr ebenfalls mit einem Account bei Instagram vertreten und gespannt, wie die Entwicklung in diesem Jahr weitergehen wird!