Windows 10 – Microsoft Is Watching You?!

Windows 10 – Microsoft Is Watching You?!
11. August 2015 Mustafa Mussa
bam! interactive

Ende Juli startete Microsoft mit dem Rollout von Windows 10. Abgelöst werden die allseits ungeliebten Vorgänger Windows 8 bzw. 8.1, auch die Windows-7-Fraktion soll den Umstieg wagen. Versprochen wird ein Betriebssystem, das nicht nur durch schnellere Performance überzeugt, sondern auch die Benutzerfreundlichkeit besonders groß schreibt – auf Kosten persönlicher Daten. Das klagen zumindest Verbraucherschützer.

SO STARTETEN DIE VORGÄNGER

Schauen wir uns zunächst die Vorreiter von Windows 10 an. Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung der Marktanteile auf Desktopumgebung von Windows 7 (Okt 2009) und Windows 8 bzw. 8.1 (Okt 2012) in den ersten 12 Monaten nach ihren jeweiligen Releases. So wies Windows 8 nach gut einem Jahr lediglich 9,3% Anteil auf dem Gesamtmarkt auf. Windows 7 verbreitete sich nach Verkaufsstart mit 18,9% etwa doppelt so schnell. Ob Windows 10 ähnlich stark aus den Startlöchern kommt, lässt sich heute in einem Jahr feststellen.
Infografik: So gut starteten die Windows-10-Vorgänger | Statista

WO WINDOWS DERZEIT STEHT

Der weltweite Andrang ist jedenfalls groß, wie sich aus dem Internetdienst StatCounter entnehmen lässt. Für den Monat August weist Windows 10 bereits einen Marktanteil von 3,69% auf (Stand 11.08.2015). Damit hat man schon jetzt Windows 8 überholt (3,55%). Im Hause Microsoft dürfte man sich über den gelungenen Start derweil die Hände reiben, insbesondere da noch gar nicht allen Nutzern das kostenfreie Upgrade angeboten wird. Peu à peu werden erhalten Verwender von Windows 7 und 8 und 8.1 grünes Licht, um die neuste Version zu installieren. Folglich sind dabei die Marktanteile der Vorreiter in den vergangenen Tagen leicht rückläufig.

Windows 10 auf der Überholspur

WINDOWS 10 IN UNTERNEHMEN STARK GEFRAGT

Dass Microsoft mit seiner neusten Auflage wohlmöglich den kommenden Platzhirsch auf dem PC-Markt ins Rennen geschickt hat, wird auch aus Unternehmerkreisen prognostiziert. So verrät eine Studie von Spiceworks, dass ein Großteil von Unternehmensvertretern, die über IT-Entscheidungsbefugnisse verfügen, Interesse signalisieren, Windows 10 im Betrieb einzuführen. Insgesamt 73% der Befragten geben an, Windows 10 innerhalb der ersten 1-2 Jahre im Betrieb etablieren zu wollen. Unter dieser Mehrheit sagen sogar 5% aus, die Arbeitsplätze umgehend mit dem Upgrade zu bespielen, sobald dieses zur Verfügung steht. Firmenkunden werden allerdings an die Kasse gebeten, das kostenfreie Upgrade stehe ausschließlich Privatleuten zur Verfügung.

VERBRAUCHERZENTRALE WARNT VOR TOTALER ÜBERWACHUNG …

Trotz des vielversprechenden Starts muss der Computer-Riese auch viel Kritik über sich ergehen lassen. Windows 10 ist offiziell kostenfrei, die wahren Kosten offenbaren sich dem Anwender erst in der Nutzung. Der PC verwandle sich in „eine Art private Abhöranlage“, warnt etwa die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Deutliche Worte, die auf die Sammelwut des Betriebssystems hinweisen. Es gebe beinahe nichts, was Microsoft nicht interessiere. „Microsoft wertet nicht nur den Namen, die Postadresse, Alter, Geschlecht und die Telefonnummer aus“, bemängelt die Verbraucherzentrale, „sondern zum Beispiel auch den jeweiligen Standort des Gerätes, die in den unternehmenseigenen Apps und Diensten aufgerufenen Web-Seitenadressen, eingegebene Suchbegriffe, Kontante zu anderen Personen und die gekauften Artikel, also vor allem Musik oder Filme“.

Als Nutzer von Windows 10 bezahle man nicht mit monetären Mitteln, sondern durch die Preisgabe seiner Daten. „Nutzer digitaler Geräte werden immer mehr selbst zu einer Ware, die vermarktet wird“, heißt es weiter. Das überrascht nicht, schließlich bieten sich aus Sicht von Werbetreibenden hervorragende Möglichkeiten, ihre Angebote möglichst persönlich auf den einzelnen Verwender zuzuschneiden. Jeder einzelne Rechner erhalte mit Windows 10 eine eindeutige Identifikationsnummer, um Rückschlüsse auf individuelles Surf- und Kaufverhalten abzuleiten, erklären die Verbraucherschützer.

… UND EMPFIEHLT, DEN DATENAUSTAUSCH ZU BESCHRÄNKEN

Konsumenten können aber aufatmen: Wer sich dem Datenstaubsauger von Microsoft nicht komplett unterwerfen will, kann entsprechend reagieren. Ein Online-Konto bei dem weltweit größten Softwarehersteller ist kein Muss und sollte bei Bedenken auch nicht eingerichtet werden. Darüber hinaus lassen sich diverse Datenströme unter dem Punkt „Sicherheit“ unterbinden. Selbstredend wirkt sich die Vorsicht um seine persönlichen Daten dabei auf das Nutzererlebnis aus. Viele Funktionen stehen im Anschluss nicht mehr zur Verfügung, darunter auch die digitale Assistentin „Cortana“, die eine Steuerung per Sprache ermöglicht und Fragen beantwortet, ähnlich wie man es bereits von Apples Siri oder Google Now kennt. Dienste, für die bekanntlich die Daten ebenfalls das täglich Brot sind.

Wenn Unternehmen sich einer eigenen Windows App annehmen, die praktischerweise mobil und stationär verfügbar ist, ist dazu eine sorgfältige Konzeption und Planung notwendig. Ganz gleich für welches Betriebssystem Sie sich auch entscheiden. Nehme Sie Unterstützung von Partnern an, die sich im mobilen Markt auskennen, denn hier ticken die Uhren etwas anders. bam! steht Ihnen gerne zur Seite und berät Sie in Ihrem Vorhaben. Kontaktieren Sie uns einfach.

Zahlen zu Windows 10 @ a glance:

– Windows 10 hält ca. zwei Wochen nach Release einen Marktanteil von rund 3,7%
– Windows 8 mit 3,55% Anteil wurde bereits abgelöst
– 73% von über 500 befragten Personen mit IT-Entscheidungsbefugnis geben an, Windows 10 innerhalb von 1-2 Jahren im Unternehmen einsetzen zu wollen

Quellen:

  • https://community.spiceworks.com/windows/windows-10/will-it-soar-report?utm_function=br&utm_channel=comm&utm_source=post&utm_medium=display&utm_campaign=win10
  • https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/windows-10—Ueberwachung-bis-zum-letzten-klick-1
  • http://gs.statcounter.com/#desktop-os-ww-monthly-201508-201508-bar
  • http://de.statista.com/infografik/3533/marktanteil-der-windows-10-vorgaenger-in-den-ersten-12-monaten/
  • Startbild © Jane Kelly Fotolia