Wie der stationäre Handel vom E-Commerce profitiert

Wie der stationäre Handel vom E-Commerce profitiert
9. September 2015 Mustafa Mussa
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Der E-Commerce schreitet unaufhaltsam voran, nicht zuletzt trägt Mobile einen großen Anteil. Gleichbedeutend befürchten Einzelhändler den Untergang des stationären Handels. Eine repräsentative Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Anzeigenblätter (BDVA) zeigt jedoch: Der lokale Einzelhandel ist noch lange nicht tot. Viel mehr müsse man endlich die Grenzen zwischen Offline und Online auflösen und stattdessen die Chancen des E-Commerce zu erkennen – zum beidseitigen Profit.

TOTGESAGTE LEBEN LÄNGER

Der stationäre Einzelhandel kann aufatmen: 85% der deutschen Bevölkerung beurteilen die Einkaufsmöglichkeiten in ihrem Wohnort mit „gut“ oder „sehr gut“. Zu diesem Ergebnis kam das Institut für Demoskopie Allensbach in ihrer Studie „Lokale Welten“ unter 1.564 befragten Personen. Insbesondere Produkte des täglichen Bedarfs sind für die Bürger der häufigste Grund, die lokalen Geschäfte zu besuchen. Demnach kaufen 95% der Deutschen ihre Lebensmittel direkt in ihrem Wohnort bzw. in unmittelbarer Umgebung. Im Vergleich: Lediglich 2% geben an, „ab und zu“ Lebensmittel online zu bestellen.

Generell wird dem stationären Handel ein positives Ergebnis attestiert. Dem Boom des E-Commerce zum Trotz empfinden 47% der Befragten, dass sich die Einkaufsmöglichkeiten an ihrem Ort sogar verbessert haben. Besonders wichtig ist das Erlebnis vor Ort: 84% schätzen den Kontakt mit einem Mitarbeiter im Laden. Untermauert wird dies unter anderem damit, dass 55% der Konsumenten angeben, sich noch nie zunächst im Handel haben beraten lassen, um anschließend online zu bestellen. „Der lokale Kosmos hat nach wie vor eine große Bedeutung und wird diese auf absehbare Zeit ganz klar behalten“, resultiert Prof. Dr. Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts. Und tatsächlich: Mit 18% gibt nur fast jeder fünfter Deutsche an, sich bei größeren Anschaffungen ausschließlich im Netz zu informieren. 32% recherchieren sowohl online als auch im lokalen Handel, während mit 34% die Mehrheit ausschließlich die örtlichen Lokalitäten aufsucht.

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Quelle: „Lokale Welten 2015“, Institut für Demoskopie Allensbach

NUR DIE WENIGSTEN KAUFEN HÄUFIG ONLINE

Natürlich kaufen die Deutschen auch im Internet. Unter allen Befragten ab 16 Jahren geben 70% an, bereits einmal online etwas gekauft oder gebucht zu haben. In der Altersklasse unter 45 Jahren sind es 90% der Bevölkerung mit Erfahrungen im E-Commerce. Das Buchen von Hotels und Reisen (55%) gilt dabei als häufigste Aktivität im Netz, gefolgt von Online-Banking (53%) und Veranstaltungstickets (51%). Die Frequenz der Häufigkeit bemerkt das Institut hingegen als niedrig: Gerade einmal 3% der Deutschen geben an, „einmal die Woche oder mehrmals“ im Internet einzukaufen, während 21% immerhin mehrmals im Monat Online-Shopping betreiben.

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Quelle: „Lokale Welten 2015“, Institut für Demoskopie Allensbach

E-COMMERCE: JUNGES MEDIUM, JUNGES PUBLIKUM

Dass das Internet als vergleichsweise junges Medium auch bevorzugt von jüngeren Menschen in Anspruch genommen wird, ist ein alter Hut. Geht man nur nach dem Alter, bildet die Altersgruppe von 16 bis 29 Jahre den Spitzenreiter unter denen, die am liebsten E-Commerce nutzen. Allerdings stellt eben jene Altersgruppe gleichzeitig die Minderheit dar, wenn es um die Frage geht, ob man den Online-Kauf oder doch den stationären Einzelhandel präferiere. „Obwohl junge Menschen im Internet sehr aktiv sind, möchte auch die junge Generation unbedingt den lokalen Einkaufskosmos erhalten“, weiß die Geschäftsführerin.

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Quelle: „Lokale Welten 2015“, Institut für Demoskopie Allensbach

STATIONÄR VS. ONLINE HANDEL – MITEINANDER STATT GEGENEINANDER

Glaubt man der Studie, so scheint der lokale Handel im Zeitalter der Digitalisierung stark gerüstet und noch lange nicht am Ende seiner Dienste zu sein. Ohnehin sei es der falsche Ansatz, ständig von „Offline versus Online“ zu sprechen im Hinblick auf den Handel. Die Agentur „Deloitte Digital“ appelliert in ihrer Studie „Navigating The New Digital Divide – Die Chancen der Digitalisierung für den deutschen Handel“ an die Händler, die Chancen beider Welten zu erkennen und diese miteinander zu verschmelzen, um Kunden ein ganzheitliches Erlebnis zu ermöglichen. „In einer Welt, in der man fast immer online ist, gibt es kein „Offline“ mehr“, lautet die Devise.

In der Studie räumt Deloitte Digital ausführlich mit gängigen Mythen der Digitalisierung als „Gefahr“ in Bezug auf den stationären Einzelhandel auf und formuliert entsprechende Handlungsempfehlungen.

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Quelle: „Navigating The New Digital Divide“, Deloitte Digital

WAPPNEN SIE SICH MIT bam! FÜR DIE ZUKUNFT

Aber auch bei differenzierter Betrachtung zum Thema „Offline versus Online“ ist Vorsicht geboten. Ob Beacons, WiFi Tracking oder Augmented Realitity – es gibt zahlreiche Technologien für den Einsatz am Point-of-Sale. Doch innovative Möglichkeiten treffen nicht automatisch auf große Gegenliebe – allem voran muss der Mehrwert für den Nutzer erkennbar sein. Wer sich Schuhe gönnen möchte, geht anders vor als jemand, der lediglich Lebensmittel für die nächsten Tage einkauft. Das Kauferlebnis von Konsumenten kann höchstunterschiedlich getrieben sein. Wir von bam! bleiben den Innovationen stets auf der Spur und wissen, was das Richtige für Sie ist. Mit unserer langjährigen Expertise und Erfahrung im Bereich Mobile sind wir gerne Ihr Ansprechpartner für Ihre Anliegen und kommenden Projekte. Lassen Sie es uns gemeinsam angehen!

Zahlen zum Artikel @ a glance:

    • 85% beurteilen die Einkaufsmöglichkeiten in ihrem Ort als „gut“ oder „sehr gut“
    • 47% finden, dass sich die Einkaufsmöglichkeiten im stationären Handel verbessert haben
    • 95% kaufen Lebensmittel im Geschäft, lediglich 2% bestellen „ab und zu“ online
    • 55% geben an, sich noch nie im Handel haben beraten lassen, um anschließend online zu bestellen
    • 3% sind es nur, die mehrmals die Woche im Internet etwas bestellen oder buchen
    • 21% sagen aus, zumindest mehrmals im Monat etwas im Internet zu kaufen
    • 18% behaupten sich bei großen Anschaffungen ausschließlich online zu informieren
    • 32%, und damit jeder Dritte Deutsche, recherchiert sowohl im Netz als auch lokal vor Ort

Quellen:

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