Tango und ARKit: Google und Apple machen die Augmented Reality zum neuen großen Ding fürs Smartphone

Tango und ARKit: Google und Apple machen die Augmented Reality zum neuen großen Ding fürs Smartphone
12. Juli 2017 Mustafa Mussa

Tango und ARKit: Google und Apple machen die Augmented Reality zum neuen großen Ding fürs Smartphone

 Spätestens seit dem Hype um Pokémon Go ist die Augmented Reality auf dem Smartphone angekommen. Googles Tango-Projekt und Apples ARKit sollen der Technologie endgültig zum Durchbruch verhelfen. Wir von bam! sind seit Jahren am Thema dran und haben selbst schon einige AR-Lösungen umgesetzt. Wir zeigen Euch, was in der erweiterten Realität bereits möglich ist und wo die Entwicklung hingeht.

Was ist Augmented Reality?

Die Augmented Reality („erweiterte Realität“) will die reale Umwelt bereichern. Beispielsweise wird ein reales Bild mit Objekten oder Linien ergänzt. Auf dem Smartphone erfassen dafür verschiedene Kameras die Umwelt und berechnen im besten Fall Raum und Bewegung in Echtzeit. So verschmelzen am Ende reale Umwelt und virtuelle Realität. Damit unterscheidet sich die AR auch von der virtuellen Realität (VR), in der eine gänzlich neue Welt generiert wird. Augmented Reality kommt dabei sowohl auf eigens dafür ausgelegten Datenbrillen zum Einsatz als auch zunehmende direkt auf dem Smartphone-Screen, wie Googles Tango-Lösung und Apples ARKit gerade vormachen.

Wie weit ist die Technik?

Lange Zeit fehlte es an passender Hard- und Software. Das soll sich bis spätestens Ende des Jahres ändern. Wie so oft, liefern auch diesmal die Big Player Google und Apple die notwendige Technik.

Apple verkündete im Juni die Einführung des ARKits. Dieses soll bald standardmäßig auf dem neuen Betriebssystem iOS 11 laufen – und somit direkt auf iPhone und iPad ohne zusätzliche Datenbrille. Das ARKit macht Apple auf einen Schlag zur “größten Augmented-Reality-Plattform der Welt”, wie Konzernchef Tim Cook stolz erklärt. Millionen Nutzer dürfen also bald serienmäßig in die erweiterte Realität abtauchen. Entwickler sind jetzt schon begeistert von den neuen Möglichkeiten. Angeblich arbeitet Apple auch an einer passenden Datenbrille, die den Entwicklern noch mehr Möglichkeiten geben würde.

Die größte Konkurrenz kommt von Google. Seit Jahren arbeitet das Unternehmen am Tango-Projekt, der hauseigenen AR-Lösung. Mittlerweile läuft Tango auf zwei Endgeräten, dem Phab 2 Pro von Lenovo und dem Zenfone AR von Asus.

Lange Zeit schien Apple hinterherzuhinken, jetzt prescht es wie so häufig direkt an die Spitze. Der große Vorteil von Apples ARKit ist, dass keine spezielle Hardware nötig ist, sondern dass bei ausreichender Leistung ein Softwareupdate eines schon vorhandenen iPhones oder iPads ausreicht.

Wie groß ist das Angebot?

Bislang kommen die meisten AR-Apps aus dem Spielebereich. Die Möglichkeiten gehen aber weit über Pokémon Go, Dominos und Hot Wheel hinaus. Viele Apps sollen in ganz lebenspraktischen Dingen helfen. Nutzer können beispielsweise Kleidung oder Möbel zuhause ausprobieren und sich so den Gang ins Geschäft sparen. Auch im Straßenverkehr und in der Industrie gibt es Anwendungsmöglichkeiten.

Viele (geplante) Apps verwenden die Measure-Funktion Googles oder Apples. Das Smartphone misst dabei den Raum millimetergenau aus. So kann beispielsweise die Wohnungseinrichtung vereinfacht werden. Das Möbelhaus Ikea plant, seine bereits bestehende AR-Funktion mit iOS 11 deutlich zu verbessern.

Viele Einkaufs-Apps planen, den Gang ins Geschäft überflüssig zu machen. In GAPs Dressing Room können Kunden ihre Kleidung bald am Smartphone anprobieren. Mit BMWs Visualiser sieht der Kunde schon vor dem Kauf, in welcher Farbe das Auto am besten in die Garage passt.

Neben den Smartphone-Nutzern freuen sich auch Autofahrer und die Industrie auf eine weiterentwickelte AR. In Unternehmen können Mitarbeitern auf Datenbrillen relevante Informationen und kommende Arbeitsschritte eingeblendet werden. Fehler werden so vermieden und Prozesse optimiert. Im Autoverkehr können beispielsweise Abbiegehinweise direkt auf der Windschutzscheibe visualisiert werden.

Wo geht die Entwicklung hin?

Lange Zeit waren die Entwicklungen in der virtuellen und erweiterten Realität ein großer Hype und viel Spielerei. Der tatsächliche Mehrwert der Apps war häufig überschaubar. Der Reiz war es, etwas Neues auszuprobieren und als First Mover dabei zu sein. Dabei blieb die AR aber ein Nischenprodukt. Microsofts Vorzeigeprodukt Hololens wurde im Release-Jahr 2016 wohl nur einige Tausend Mal verkauft. Die Zahl von Tango-Apps für das Phab 2 Pro lag Anfang 2017 erst bei 32 Stück.

Nun scheint es aber, dass die Augmented Reality dank Apple mit dem Start von iOS 11 mit Siebenmeilenstiefeln voranschreiten wird. Denn zum Beispiel sieht der angesehene Analyst Gene Munster (Loop Ventures) in ARKit die „wichtigste Ankündigung“ von Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC, die „für AR-Entwickler über Nacht eine Plattform mit mehreren 100 Millionen Nutzern erschafft, während Googles Tango-Plattform nicht einmal 10 Millionen Nutzer erreichen dürfte.“ Mit dem Start von iOS 11 dürfte somit auch die Zahl der verfügbaren AR-Anwendungen sprunghaft ansteigen, denn schon jetzt nimmt die Entwicklung von passenden Apps Fahrt auf. Der Twitter-Account „Made with ARKit“ postet fast täglich neue Ideen. Die gestiegene Nachfrage und Aufmerksamkeit dürfte auch Tango einen Schub geben. Auf lange Sicht wird aber wohl auch Google die erweiterte Realität geräteunabhängig machen müssen. Ansonsten wird es hart sein, im Konkurrenzkampf mit Apple zu bestehen.

Vieles spricht dafür, dass der blinde Hype mit unrealistischen Erwartungen vorbei ist und die AR in ein langfristiges Wachstum übergehen kann. Vor allem das ARKit stimmt Experten optimistisch. Erste Branchenkenner prognostizierten gar, dass Augmented-Reality-Brillen in einigen Jahren dem Smartphone den Rang ablaufen könnten.

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