Sprachgesteuerte Personal Assistants: Was Amazons Alexa und ihre Skills uns ermöglichen

Sprachgesteuerte Personal Assistants: Was Amazons Alexa und ihre Skills uns ermöglichen
6. April 2017 Mustafa Mussa

Amazons Sprachassistentin Alexa ist derzeit in aller Munde. Der Konzern möchte mit dem Angebot Sprachsteuerung in die Wohnzimmer des Landes bringen. Apple und Google wollen in Kürze nachziehen. Voice ist für uns einer der wichtigsten Mobile-Trends 2017. Wir stellen Ihnen Anwendungsbereiche von Alexa vor und erklären, wie man sein Unternehmen auf Alexa bringt.

So arbeitet Alexa
Alexa arbeitet auf dem Gerät Amazon Echo sowie dessen kleinerem Bruder Amazon Echo Dot. Sieben Mikrofone analysieren ständig den Sound in der Umgebung. Fällt das Wort „Alexa“, werden die Geräte aktiv und verbinden sich mit Servern in den USA, die das Gesprochene analysieren und Alexa mittels künstlicher Intelligenz helfen, in Echtzeit eine Antowrt per Sprachausgabe zu liefern.

Alexa soll die Sprachsteuerung auf ein neues Level heben. Um den Radiosender zu wechseln oder ein Taxi zu bestellen, reicht ein kurzer Kommentar. Zwischendurch liest Alexa die neuesten Nachrichten vor und informiert über den Zwischenstand bei den Bundesligaspielen. Ein einfaches „Alexa, wie steht es beim BVB?“ sollte für die gewünschte Auskunft über den Lieblingsverein reichen.

Alexa arbeitet mit erlernten „Skills“, die die Nutzer einzeln aktivieren können. Die Assistentin versteht also nicht immer alles, was der Nutzer sagt, sondern nur die Dinge zum gerade aktuellen Thema. „Alexa, starte Deutsche Bahn“ aktiviert zum Beispiel den Skill „Deutsche Bahn“. Anschließend kann Alexa auf die Frage antworten, wann die nächste U-Bahn zum Hauptbahnhof fährt. Will man anschließend noch ein Taxi bestellen, muss man den Bahn-Skill schließen und mit „Alexa, öffne MyTaxi“ weiterarbeiten.

Das sind Skills
Skills sind für die Sprachsteuerung von Amazon das, was Apps für das Smartphone sind. Jedem Unternehmen steht es frei, eigene Skills zu entwickeln und diese im „Skill Store“ anzubieten. Nutzer können die Skills dann dort herunterladen und bei Bedarf aktivieren. Dem Nutzer stehen dann ausschließlich die im Skill beinhalteten Funktionen zur Verfügung und erlaubt nur geringe Abweichungen von vorher gelernten Regeln. Damit unterscheidet sich Alexa von Deep-Learning-Systemen, die Fragen und Sätzen aus dem Kontext heraus verstehen können.

Die Skills unterscheiden sich zudem in verschiedenen Arten und Funktionen. Die Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn gehört zu den Dialog-Modellen. Man startet zunächst den Skill und führt anschließend einen Dialog mit Alexa bis man am gewünschten Ziel ist. Deutlich einfacher funktionieren One-Shot-Modelle. Fragt der Anwender „Alexa, sag mir wie spät es ist“, reicht der einfache Satz aus, um den Skill zu starten und die gewünschte Information zu bekommen.

Das bringt Alexa meinem Unternehmen
Unternehmen können ihre eigenen Skills entwickeln und damit bei der Amazon-Assistentin aktiv werden. Wie genau das geht, erklären wir weiter unten. Mit eigenen Skills bekommt das Unternehmen die Möglichkeit, neben Apps und Website auf einem weiteren digitalen Weg mit seinen Kunden zu kommunizieren. Dies mag in manchen Bereichen sinnvoller sein als in anderen. Positiver Effekt auf jeden Fall: Das eigene Image als innovative Marke wird bestärkt und man kann sich als Vorreiter im Bereich Voice Search präsentieren.

So bringe ich Alexa neue Skills bei
Um eigene Skills für Alexa zu entwickeln, benötigen Unternehmen oder deren Agenturen einen kostenlosen Amazon Developer Account. Für Alexa gibt es dort einen eigenen Bereich. Mit dem „Alexa Skills Kit“ oder mit dem „Alexa Voice Service“ (AVS) können dann Inhalte erstellt werden. Wie der Prozess im Detail aussieht, hat entwickler.de zusammengefasst. Auch Amazon gibt dazu einige Tipps. Letzten Endes erscheint der Skill dann im Amazon Skill Store. Für das Ranking dort gelten vermutlich ähnliche Regeln wie in den klassischen App Stores, jedoch könnte sich der Skill Store bald zu einer neuen Disziplin im Rahmen der App Store Optimierung entwickeln. Für Deutschland ist das Angebot mit einigen hundert Skills bislang sowieso noch überschaubar, während es in den USA schon mehrere tausend Skills gibt.

Expertenwissen zur Programmierung der Skills ist in Deutschland bislang noch rar gesät – kontaktieren Sie gern uns von bam! Interactive und wir helfen Ihnen weiter! Unternehmen sollten gemeinsam mit ihrer Agentur ein geeignetes Team aus Projektleitung, Konzeption und Programmierung zusammenstellen und das nötige Budget einplanen. Die Programmierung der Skills sollten Spezialisten übernehmen. Für Laien ist das Thema zu komplex.

Von der Projektstruktur verläuft die Entwicklung ähnlich wie bei Apps oder Websites. Eine erste Version kann mit relativ geringem Aufwand erstellt werden. Mehr technische Möglichkeiten und ein größerer Funktionsumfang können das Projekt aber schnell komplexer werden lassen.

Ist das fertige Produkt dann im Store hochgeladen, sollte der Skill kontinuierlich nach den jeweiligen Möglichkeiten weiterentwickelt werden. Vorher definierte KPIs können helfen, den Erfolg zu messen und Verbesserungspotentiale zu erkennen. Zahl und Art der Abbrüche von Dialogen geben zum Beispiel wichtige Rückschlüsse auf Schwächen im System.

Hat Alexa eine Zukunft?
Der Hype um die Markteinführung ist groß. Die Nutzerzahl ist bisher eher überschaubar und vieles ist noch in der Probier-Phase. Dennoch könnten die schlauen Lautsprecher Zukunft haben. Einige gehen sogar so weit, dass sie die Einführung von Alexa mit der des iPhones vergleichen, das ja auch eine ganz neue Produktklasse geschaffen hatte. Die Verbindung mit dem Amazon-Shop könnte auch Folgen für den Einzelhandel haben. Zudem bekommt das Thema Alexa Skills seine Musik dadurch, dass Amazon gerade die ersten Partnerschaften mit Smartphone- und Autoherstellern eingegangen ist. Somit lassen sich die Alexa Skills schon heute auch auf dem Huawei P9 nutzen sowie in Kürze auch in Ford-Fahrzeugen nutzen und somit nicht mehr nur zu Hause. Zudem soll bald Dashbot erscheinen, ein Nachrüstset fürs Auto, dass an K.I.T.T. aus der TV-Serie Knight Rider erinnert und sich ebenfalls über Alexa steuern lässt.

Probleme gibt es bei einem solch neuen Produkt wie Alexa natürlich auch. Viele Funktionen sind noch umständlich zu bedienen. Immerhin scheint Amazon die Vielzahl an Dialekten in Deutschland immer besser in den Griff zu bekommen. Immer wieder melden auch Datenschützer Bedenken an. Das ist aber nichts Neues und war bei vielen Apps oder bei Facebook auch immer wieder ein Thema. Letzten Endes wird jeder Nutzer selbst entscheiden müssen, wie viel er Amazons Assistentin preisgeben möchte.

Die Verkaufs- und Nutzungszahlen für Deutschland sind noch gering, aber steigend. Auch weltweit ist der Trend positiv. Laut Voice-Report 2017 sollen nach 6,5 Millionen Geräten im vergangenen Jahr in diesem Jahr weltweit etwa 24,5 Millionen smarte Lautsprecher verkauft werden. Zukunftsaussagen zu gänzlich neuen Produktkategorien sind immer schwierig. Es schaut derzeit aber so aus, als könnten sich Sprachassistenten wie Alexa weiter verbreiten.

Noch ist die Voice-Web-Verbindung vom Amazon in Deutschland einzigartig. Google wird wohl bald mit Google Home nachziehen. Auch Apple dürfte sein Siri weiter aufrüsten. Vom Vorbild eines voll entwickelten Sprachassistenten wie in Spike Jonzes Film „Her“ sind zwar sowohl Amazon als auch Googles Smart Home noch weit entfernt, unser Leben könnten sie in den kommenden Jahren aber trotzdem grundlegend verändern.

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