Warum User ungern den GPS-Standort preisgeben

Warum User ungern den GPS-Standort preisgeben
19. Januar 2016 Mustafa Mussa
Paradoxon GPS

Unser Alltag ist dominiert von unseren Mobile Devices, die uns tagtäglich unter die Arme greifen. Mit an Board zahlreiche Features, die unser aller Leben erleichtern können. Ein bewährtes Feature, in seiner rudimentären Form wesentlich älter als all unsere Geräte zusammen, ist die Standort-Lokalisierung per GPS. Den Standort freigeben, während die App den Rest übernimmt. So unspektakulär wie dieses Feature auch inzwischen sein mag, hat es doch seinen klar erkennbaren und auch nachvollziehbaren Vorteil für die Nutzer. In der tatsächlichen Nutzung zeigen sie sich Anwender jedoch verblüffend paradox, wie eine Studie aus den USA zeigt.

USER KENNEN DEN NUTZEN, ABER…

Skyhook Wireless hat über 1.000 Teilnehmern aus den USA bezüglich der Standortfreigabe per Smartphone befragt. Tatsächlich sei es so, dass die Nutzer typischerweise wissen, dass die GPS Ortung für bestimmte Apps essentiell ist (83% aller Befragten). Gleichzeitig bestätigt über die Hälfte der Befragten, ihre Standortdienste selbst bei Wetter- oder Navigations-Apps jedoch gar nicht einzuschalten. Demnach zögern rund 40% der User grundsätzlich darüber, den Standort freizugeben und lassen ihn im Zweifel ausgeschaltet. Weitere 20% zeigen sich konsequent und teilen generell nicht ihren Aufenthaltsort. Angesichts der Tatsache, dass die GPS Ortung gerade für Wetter- oder Navigations-Apps prädestiniert ist, sehen viele User offenbar hier keine wirkliche Rechtfertigung, den Dienst auch in der Praxis tatsächlich zu aktivieren.

GRÜNDE, WARUM USER IHREN APP STANDORT UNGERN TEILEN

Die Gründe für dieses Verhalten sind einfach wie vorhersehbar. 50% derer, die sich zögerlich im Umgang mit der Freigabe ihres Aufenthaltsortes zeigen, nennen ihre gefährdete Privatsphäre als Hauptgrund dafür, den Standort im Zweifel nicht anzugeben. Ein weiterer Grund stellt der fehlende persönliche Mehrwert dar, den Standort anzugeben (23%) – unabhängig von dem generellen Verständnis dafür, wie unabdingbar die Funktion für Apps sein kann. Außerdem empfinden 19% eine deutlich sinkende Akkuleistung als entscheidenden Nachteil, wenn diese ihren Standort teilen.

Das Argument der Akkuleistung bestätigen interessanterweise 63% derer, die ohnehin nie ihre GPS-Funktion aktivieren. Das überrascht ein wenig, wo man doch davon ausgehen könnte, dass die User, die ohnehin nie ihren Standort aktiviert haben, den maximalen Schutz ihrer Privatsphäre anstreben. Laut Studie sei dies ebenfalls ein entscheidendes Motiv, welches jedoch „nur“ von 45% bestätigt wurde. Weitere 20% derer, die nie ihre GPS-Funktion einschalten, geben als Grund ihrer deaktivierten GPS-Funktion an, keine Werbung erhalten zu wollen.

DAS ERWARTEN USER BEI APP STANDORTMITTEILUNG

Dass App-User anspruchsvoll sind, weiß man nicht erst seit gestern. Insbesondere dann, wenn es um die Freigabe personenbezogener Daten geht. Gemäß Studie fordert rund die Hälfte (49%) der Befragten, dass wenn nach dem Standort gefragt wird, dieser auch akkurat arbeiten muss. Gleichzeitig würden aber gerade einmal 3% der Probanden eine App auch postum wieder löschen, sollte dies nicht der Fall sein. Ist die Funktion einmal eingeschaltet, erwarten 47% standortbezogene Inhalte bzw. 46% relevante Angebote oder Coupons in der jeweiligen App, der sie ihren Standort bereitstellen. Weiterhin wünschen sich 34% der Teilnehmer eine personalisierte Kommunikation mit der jeweiligen App.

Wenngleich auch hier die Auswertung in Teilen widersprüchlich sein mag, so bleibt der Kern der Aussagen der gleiche: User möchten einen Mehrwert erleben und idealerweise schon bei der First Time User Experiense verstehen, wann und warum personenbezogene Daten benötigt werden. Daher ist es umso wichtiger, sich immer wieder den Benefit vor Auge zu führen, den man seiner Zielgruppe bieten möchte – in diesem Falle die Standortmitteilung.

WIE SIE DAS VERTRAUEN DER USER GEWINNEN

Simple Theorie, die in der Praxis nicht immer konsequent umgesetzt wird. Denn wer einmal seine User diesbezüglich vergrault, hat es schwer, diese „zurückzugewinnen“, was die Standortfreigabe betrifft. Es ist daher naheliegend, erst dann nach dem Standort zu fragen, wenn der User ein Feature in Anspruch nehmen will, bei dem er einen erkennbaren Mehrwert aufgezeigt bekommt, welches gleichzeitig die vermeintlichen „Nachteile“ aufwiegt. Denn: Wer bei erstmaliger Ausführung umgehend nach der Standortfreigabe gebeten wird und nicht weiß warum, verliert schnell die Lust und vor allem das Vertrauen. Und ein App Entwickler verliert seine Nutzer, respektive Kunden.

Mit unserer langjährigen Expertise in der vergleichsweise jungen Mobile Branche wissen wir bei bam!, worauf es bei der Mobile App Entwicklung ankommt. Gerne sind wir Ihr Ansprechpartner, wenn auch Sie Ihren Kunden im Mobile Marketing ansprechen möchten. Schauen Sie doch einfach vorbei für eine Tasse Kaffee! So erreichen Sie unsere Agentur in Düsseldorf – garantiert ohne Standortabfrage! ☺

Zahlen und Fakten zum Artikel @ a glance:

  • 83% der Probaden wissen um die existentielle Funktion von GPS in bestimmten Apps
  • 40% sind sich jedoch unsicher und teilen ihren Standort eher nicht mit
  • davon sieht die Hälfte (50%) Zweifel in der eigenen Privatsphäre
  • 20% hingegen schalten ihre GPS-Funktion trotz Vorschlags gar nicht ein
  • von diesen 20% sind wiederum 63% der Meinung, dass die Akkuleistung leidet
  • 49% der Befragten fordern punktgenaue Darstellung des Standortes, gleichzeitig würden nur 3% eine App löschen, wenn diese ungenau mit GPS arbeitet
  • einen besonderen Mehrwert sehen User in standortbezogenen Inhalten (47%) bzw. erwarten relevante Angebote und Coupons (46%)

Quellen zum Artikel: