Neue digitale Plattformen: Wie erweitere ich mein Geschäftsmodell für Smart TV, Connected Car, Sprachassistenten und das Internet der Dinge?

Neue digitale Plattformen: Wie erweitere ich mein Geschäftsmodell für Smart TV, Connected Car, Sprachassistenten und das Internet der Dinge?
17. Oktober 2017 Mustafa Mussa

Neue digitale Plattformen: Wie erweitere ich mein Geschäftsmodell für Smart TV, Connected Car, Sprachassistenten und das Internet der Dinge?

Erfolgreiche Apps müssen nicht nur auf Smartphone oder Tablet beschränkt sein. Vielmehr bieten sich mit Sprachassistenten wie Alexa, Smart TV, Connected Cars sowie dem Internet der Dinge (IoT) immer mehr Möglichkeiten an, Kunden mit digitalen Angeboten über verschiedene Plattformen zu erreichen. Somit wird auch in immer mehr Fällen eine Multi-Plattform-Strategie sinnvoll. Wer die Interessen des Kunden in den Mittelpunkt stellt und seine Daten richtig auswertet, wird mit seinem Angebot erfolgreich sein. Wir von bam! haben uns angesehen, wobei es bei Multi-Plattform-Angeboten ankommt und stellen Best Practices vor.

Multi-Plattform: Ergänzung oder eigenes Produkt

Mit der richtigen Ansprache über verschiedene Geräte hinweg entsteht ein Mehrwert für Anbieter und Kunden. Ähnlich wie beim Crossdevice Retargeting für Werbungtreibende sollten auch Apps und andere digitale Angebote den Nutzer an verschiedenen Touchpoints erreichen.

Anbieter können dafür entweder ein gänzlich neues Produkt schaffen oder ein bestehendes Angebot erweitern. So sollte eine TV-App neben dem Smartphone auch fürs Smart TV verfügbar sein und die Navigations-App im Connected Car funktionieren. Das Internet of Things eröffnet sogar Möglichkeiten für ganz neue Geschäftsfelder. Ziel für jedes digital aktive Unternehmen sollte in jedem Fall sein, den Kunden an möglichst vielen Orten und in möglichst vielen Situationen zu erreichen. Unsere Best Practices werden einige Beispiele zeigen.

Für jeden Anbieter kann im Plattform-Dschungel eine andere Mischung und Ausrichtung sinnvoll sein. „Für den effizienten Einsatz der richtigen Kundenansprache abhängig von Ort und Zeit ist es unabdingbar, die Angebote auf den verschiedenen Plattformen zu tracken, Ergebnisse zu analysieren, in Echtzeit zu optimieren und das richtige Setup nachhaltig zu mixen“, rät bam!-Geschäftsführer Mustafa Mussa.

Kundenzentriertes Denken ist der Schlüssel zum Erfolg

Die erste Frage für den erfolgreichen Anbieter sollte immer sein: „Welchen Mehrwert schaffe ich mit meinem Angebot für den Anwender?“. Denn ein Multi-Plattform-Ansatz ist weder in jedem Fall sinnvoll noch automatisch erfolgreich. Dem Entwickler sollte immer klar sein, was er mit der neuen Anwendung erreichen möchte und warum deren Nutzung sinnvoll ist.

Dabei stellt jedes Gerät andere Anforderungen. Ein smarter Lautsprecher wie Amazon Echo oder Google Home wird in anderen Situationen und von anderen Menschen bedient, als die Smartphone-App. Während des Autofahrens will sich der Kunde womöglich nur auf das Wesentliche konzentrieren. Zur Customer Centricity gehört auch, dass Entwickler diese Unterschiede berücksichtigen.

Welches Gerät das bestehende Angebot sinnvoll ergänzt, hängt vom Geschäftsfeld ab. Ein Videostreaming-Dienst kann auf Smart TVs nicht mehr verzichten, die Musik-App sollte auf Amazon Echo zu finden sein und Autofahrer sollten Zugriff auf location-based Apps haben. Wir stellen einige Fälle vor, in denen Multi-Plattform-Konzepte sinnvoll umgesetzt wurden.

Das Wichtigste ist, kreativ zu bleiben und sich auf neue Wege zu trauen. Nur so kann das eigene Portfolio schrittweise erweitert werden. Dabei muss die Anwendung für ein neues Gerät nicht neu erfunden werden, im Einzelfall und bei der richtigen Idee kann aber auch das nicht schaden. Wir von bam! helfen Ihnen gerne mit kreativen Lösungen.

Smart TV: Der direkte Weg zum Video-Streaming

Einen echten Mehrwert fürs Smart TV schafft die App von TV Spielfilm. Seit zwei Jahren bietet die App neben der klassischen Übersicht über das tägliche TV-Programm auch einen direkten Streaming-Kanal. Dieser funktioniert nicht nur am Smartphone, sondern auch auf Apple TV und Amazon Fire TV.

Der Nutzer muss also nicht mehr erst auf dem Smartphone das TV-Programm in der App lesen und danach den entsprechenden TV-Sender auf seinem Fernsehgerät suchen, sondern kann dies in einem einzigen Schritt direkt auf dem Fernseher tun. Im Idealfall stellt die App dem registrierten Nutzer sogar ein maßgeschneidertes Angebot zusammen, das er dann auch direkt in der Anwendung auf dem Smart TV ansehen kann. Die App funktioniert geräteübergreifend. Für mehr Sender und HD-Qualität gibt es ein Premium-Angebot.

Wichtig ist dabei ein konsistentes plattformübergreifendes User Inferface. Der Nutzer soll sofort erkennen, dass er gerade TV Spielfilm nutzt. Gleichzeitig müssten Menüs aber an die Anforderungen von smarten Fernsehern angepasst werden.

Das vielleicht aktuellste Beispiel für die Smart-TV-Nutzung sind die Minnesota Vikings. Das amerikanische Football-Team ging Anfang Oktober mit „Viking Now“ live. Das Programm für Amazon Fire TV erweitert das bereits bestehende Angebot des Sportclubs und ermöglicht geräteübergreifende Erfahrungen. Die Vikings sind das erste NFL-Team, das diesen Weg geht. Sie erhoffen sich davon die „Ultimate Fan Experience“ und noch deutlich mehr Abrufe ihres eigenen Contents.

Sprachsteuerung: Mehr als nur Musik

Dass Spotify und ähnliche Dienste auf smarten Lautsprechern zu finden sind, ist beinahe schon selbstverständlich. Schließlich lassen sich hier einfach Lieder anwählen und direkt abspielen. Doch die Sprachassistenten bieten noch viel mehr Potenzial. Eine der erfolgreichsten Anwendungen ist der Rufdienst MyTaxi.

Gleich nach dem Deutschland-Start von Alexa stieg auch MyTaxi ins Sprach-Geschäft ein. Mit dem Alexa Skills Kit (ASK) war der passende Skill schnell entwickelt. Seitdem funktioniert „Alexa, ruf mir ein Taxi“. Damit das Taxi an die richtige Adresse kommt, sollten zuvor einmalig Heimat- und Arbeitsadresse hinterlegt werden. Das Hauptaugenmerk von MyTaxi lag dabei darauf, die ursprünglich grafische Bedienoberfläche in ein Sprach-System zu übersetzen. Die Lösung waren mehrere hundert Sprachbefehle mit verschiedenen Satzbauarten und Antworten.

Generell eignen sich Sprachassistenten für alles, was einfach ist und einem relativ klaren System folgt. Die Taxibestellung benötigt nur ein einfaches Verständnis von immer ähnlichen Befehlen und Antworten. Ähnlich einfach ist die Abfrage des Versandstatus eines Pakets der DHL oder die Abfrage des Tankfüllstands im eigenen Auto.

Sprachassistenten sind also zuallererst ein weiterer Touchpoint mit dem Kunden. Sie schaffen in den vorgestellten Fällen kein neues Produkt, sondern bieten die selben Funktionen auf einer weiteren Oberfläche und integrieren das entsprechende Angebot noch stärker in den Alltag.

Connected Cars: Live-Unterstützung fürs Fahren

Eine Taxi-App im eigenen Auto ergibt wohl eher weniger Sinn. Auch Video-Streaming-Dienste werden sich wohl noch gedulden müssen, bis das autonome Fahren weiter entwickelt ist. Autofahrer freuen sich eher über Hilfe bei der Parkplatzsuche, Stauvermeidung und bei der Suche nach einem Hotel. Apps, die standortbezogen auf Mobilität und Reisen setzen, sollten sich eine Auto-Version überlegen. Laut einer IHS-Umfrage wünschen sich Autofahrer vor allem Apps in den Bereichen Navigation (53%), Weather (40%), Musik (38%), News (33%) and Social Networking (29%).

„In der Autobranche rechnen wir fest damit, dass digitale Erlebnisse im Auto schon bald einen größeren Stellenwert besitzen werden als das Fahrzeug selbst. Dadurch werden sich komplett neue Einnahmequellen auftun und sich die Unternehmen zu wahren Erlebnishändlern entwickeln“, erwartet Amit Ahuja, Vice President für den Bereich Jungunternehmen bei Adobe Experience Cloud. Um Teil des Entertainments zu sein, sollten Sie sich frühzeitig mit den Möglichkeiten der Conencted Cars auseinandersetzen und Ihre Daten aus anderen Bereichen nutzen.

Internet of Things: Auf zu neuen Ufern

Während Smart TV, Sprachassistenten und Connected Cars vor allem bestehende Angebote aufgreifen, ermöglicht das Internet der Dinge ganz neue Angebote und kann Unternehmen sogar in ganz neue Geschäftsfelder führen.

Richtig gemacht, vernetzen sich Alltagsgegenstände mit dem ganzen Portfolio an Geräten, wobei es wiederum wichtig ist, dass die richtigen Geräte angeschlossen werden. Der Fitnesstracker sollte zumindest ans Smartphone Daten senden, während das Smart Home möglichst von überall steuerbar sein muss.

Ein passendes Beispiel liefern Volkswagen und die Deutsche Telekom. In einem gemeinsamen Projekt sollen sich bald Rollläden öffnen, das Wohnzimmer vorheizen oder die Alarmanlage ausgeschalten, sobald sich das eigene Auto dem Haus nähert. Auch Live-Bilder von der Überwachungskamera könnten so im Alarmfall gesendet werden.

Das Internet of Things bietet also ganz neue Möglichkeiten für eine Portfolioerweiterung. Entwickler können Erfahrungen und Daten von anderen Devices für Alltagsgegenstände nutzen und neue Angebote entwickeln.

Die Multi-Plattform-Herausforderung

Wo und wie Apps auf neue Geräte übertragen werden können, hängt vom Einzelfall ab. Neben hardware-spezifischen Herausforderungen gilt es auch, zwischen geschlossenen Reichweiten-Riesen wie Google, Facebook und Co zu bestehen.

Mit einem kundenzentrierten Angebot, das auf vorhandene Erfahrungen zurückgreift, können Anwendungen über verschiedene Plattformen hinweg erfolgreich sein. Sie bieten neue Touchpoints mit dem Kunden und machen die App zu einem Teil des Lebens.

Für die richtige Strategie benötigen Sie technisches Know-How und einen Schuss Kreativität. Wir helfen Ihnen gerne weiter – sprechen Sie uns einfach an!

0 Kommentare

Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*