Was kostet eine Mobile App?

Was kostet eine Mobile App?
14. Februar 2014 Timo

Bereits 2010 war von Experten zu hören: „Jetzt kommt das Mobile Jahr, jeder sollte gerüstet sein“. Der Durchbruch blieb aus – auch in 2011, 2012 und 2013. Doch nun könnte die kritische Masse erreicht sein und es zum Mobile Jahr 2014 kommen. Seit Monaten steigen die Nutzungszahlen für Mobile Apps und Mobile Websites deutlich an. Auch im Bereich Mobile Advertising gibt es Wachstumsraten im zweistelligen Bereich. Nicht ohne Grund erreicht beispielsweise der Spiegel bereits mehr als jeden fünften Leser über seine mobilen Apps. (1) Smartphone und Tablet sind über alle Altersgruppen hinweg zum festen Bestandteil des Lebens geworden. 67 Prozent würden nicht mehr ohne ihr Smartphone aus dem Haus gehen. (2) Omnipräsent haben Smartphones und Tablets unsere Verhaltensweisen verändert – bei jeder Beschäftigung des Tages.

Die Mobile App als „must have“

Doch was folgt daraus für Brands? Für viele Brands gehört Mobile Marketing zum guten Ton und die Mobile App zum „must have“. Auch immer mehr Mittelständler wachen auf und versuchen, Mobile in den Marketingmix zu integrieren. (3) Doch die einfache Übertragung der Webinhalte 1:1 auf die Mobile Devices wird längst nicht dem entsprechen, was Konsumenten und Zielgruppen heute erwarten. Die Entwicklung einer mobilen App kann daher schnell ein kostspieliges Unterfangen werden. Einfache „do-it-yourself“-Plattformen zum schnellen Zusammenklicken von Apps genügen hier nur in den seltensten Fällen. (4) Doch welche Kosten sind mit der Entwicklung einer Mobile App verbunden?

Die Gretchenfrage nach den Kosten

Die Frage nach den Kosten der App Entwicklung wird schnell zur Gretchenfrage, denn der Preis der Entwicklung hängt von vielen Faktoren ab. (5) Zunächst stellt sich die Frage nach der Zielplattform. Da iOS, Android und Windows ihre eigenen Programmierumgebungen verwenden, werden bereits hier die Weichen für die komplette Entwicklung gestellt. Wer allzu salopp die Häkchen bei iOS, Android und Windows setzt, kann die Entwicklungskosten schnell mit dem Faktor 2 oder gar 3 multiplizieren. Während Android gegenüber iOS zahlenmäßig deutlich überlegen ist, sind es besonders die Nutzer von Apple Geräten, die sich in Sachen Paid Content als zahlungsfreudiger erweisen. Aber auch Windows hat in den vergangenen Monaten aufgeholt und wird relevanter. (6)

Ist die Frage nach der Zielplattform geklärt, stellt sich die Frage nach den Geräten. Die Entscheidung ob iPhone und iPad verursacht zwar nicht unmittelbar doppelte Entwicklungskosten, kann jedoch schnell mit Mehraufwänden verbunden sein. Werden die Benutzeroberfläche für Smartphone und Tablet jeweils optimiert umgesetzt, können sich die Nutzer auf jedem Gerät über ein angenehmes Lesevergnügen freuen und der Content ist stets richtig in Szene gesetzt. Gleichzeitig sollte die Geräte-Orientierung bedacht werden. Die Frage nach Portrait- und Landscape-Modus kann die Menge notwendiger Layouts schnell verdoppeln – und das pro Gerät und Betriebssystem.

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Sind die Rahmenfaktoren festgelegt, geht es in der Entwicklung ans Eingemachte. Im ersten Konzept werden Funktionsumfang und die erste Anmutung definiert. Wer hier von Beginn an in Templates denkt, reduziert die Menge notwendiger Layouts und vereinheitlicht die Usability – sehr zu Freuden des Geldbeutels und der Endnutzer. Denn eines ist klar, wer in der Masse der Mobile App in den App Stores heute auffallen möchte, muss gefallen, benutzerfreundlich und einfach sein und neue intelligente Features bereithalten – unabhängig von der App-Kategorie. Auch in Sachen Usability ist zu entscheiden, ob sich die Entwicklung aus dem Baukasten der Standard-Bedienelemente bedient oder individuell zusammengestellt und animiert wird. Ein schön anzuschauendes Interface kann sich bei der Entwicklung schnell in mehreren Tagen Programmieraufwand niederschlagen. Jedes Feature und jede Besonderheit kosten natürlich Geld und treiben die Kosten der App-Entwicklung in die Höhe, die sich normalerweise im fünfstelligen, manchmal aber auch im sechsstelligen Bereich bewegen. (siehe Tabelle: (7))

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Nutzertests und App Vermarktung nicht vergessen

Bereits während der Entwicklung sollten an verschiedenen Stellen Usability-Tests durchgeführt werden. Die Nutzer wissen schließlich am Besten, was sie verstehen und was nicht. Daher sollte die Entwicklung von den Ergebnissen der Nutzerforschung getrieben sein. Die App-Entwicklung endet nicht mit dem ersten Launch und der Version 1.0. Wer langfristig Erfolg und Präsenz im App Store zeigen möchte, sollte die Mobile App permanent weiterentwickeln und optimieren. Durch den Einbau von Tracking in die Mobile App kann das Nutzerverhalten in-app aufgezeichnet und weitere Optimierungen vorgenommen werden. Jedes Update ist zwar mit Kosten verbunden, jedoch halten sich diese im Vergleich zur Initialentwicklung im Rahmen und sind gut investiert, um die Sichtbarkeit im App Store und das Nutzererlebnis permanent zu steigern. Ebenfalls häufig vernachlässigt: der Auftritt im App Store und die App Vermarktung. Die beste App ist wertlos, wenn sie im App Store auf Rang 20 in den Suchergebnissen landet. Getreu dem Motto: „Tue Gutes und rede darüber“ sollte bei der App-Entwicklung ein Kostenblock im Budget für die App Vermarktung vorgehalten werden, um in den sozialen Medien, auf Blogs oder in den App Store Rankings Sichtbarkeit zu zeigen. Die Faustregel lautet: 20-30 Prozent des Gesamtbudgets in die Entwicklung und den Rest in das App Marketing zu investieren.

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Jede unterstützte Plattform, jede einzelne Funktion und jeder Button der Benutzerführung sollten wohl überlegt eingebaut und ins Gesamtkonzept integriert werden. Eine schlechte Mobile App kann sich schnell negativ auf das Image auswirken und verursacht trotzdem Kosten. Daher ist jeder Euro gut investiert, um die Mobile App zu dem zu machen, was sie sein soll: Ein Aushängeschild für Brands und Unternehmen.

Quellen:

(1): http://www.spiegel-qc.de/uploads/PDFS/RoteGruppePrint/SP+SPON_ACTA_2013_%C3%9Cberschneidung.pdf

(2): http://services.google.com/fh/files/misc/omp-2013-de-local.pdf

(3): http://blog.telegate.com/telegate-kmu-studie-2012-kleine-und-mittelstandische-unternehmen-entdecken-das-mobile-web/

(4): http://www.pcmag.com/slideshow/story/295437/do-it-yourself-create-your-own-ios-or-android-apps

(5): http://www.gruenderszene.de/allgemein/app-kosten

(6): http://www.zdnet.de/88174775/windows-phone-erreicht-in-europa-marktanteil-von-fast-10-prozent/

(7): http://www.ibusiness.de/aktuell/db/709614jg.htmlText available only in Deutsch