iBeacon – kleines Ding, großes Ding?

iBeacon – kleines Ding, großes Ding?
15. März 2016 Mustafa Mussa
Im Portrait: Der mobile Konsument von heute

Eher beiläufig wurde iBeacon  bei Apples WWDC im Sommer 2013 ins Leben gerufen. Doch so bescheiden das Rollout der Technologie auch verlaufen ist, hat sie heute umso mehr Aufmerksamkeit verdient – allem voran aus dem Einzelhandel.

DAS STECKT HINTER iBEACON

Die Technologie iBeacon („Leuchtfeuer“) setzt dort an, wo GPS und WLAN insbesondere in Gebäuden zu ungenau werden. Basierend auf Bluetooth LE, senden Beacon-Sender mit einer maximalen Übertragungsrate von 1 Mbps Informationen an die Devices im unmittelbaren Umfeld. Es findet daher kein klassischer Datenaustausch statt, da die Sender selbst keine Daten empfangen. Vielmehr geht es darum, Informationen in kleinen Datenmengen zu senden und die Aufmerksamkeit der User zu wecken.

Was als proprietäres Verfahren gestartet ist, kann inzwischen auch von Smartphones ab Android 4.3 angefunkt werden. Gerade für die Indoor Navigation bieten sich dadurch bequeme und zeitsparende Möglichkeiten für Konsumenten unterschiedlicher Devices. Ein denkbares Szenario zeigt ein beispielhaften User Case für einen Flughafen.

iBeacon im Einsatz am Flughafen
Quelle: mobilbranche.de

Der Anwender erhält für jeden Bereich, den er betritt, einen entsprechenden Hinweis direkt auf das Device. Betritt er bspw. den Duty Free Shop, werden automatisch personalisierte Angebote/Rabatte übermittelt. Befindet sich der User in Nähe der Check-In-Schalter, erfolgt ein automatischer Check-In via Smartphone respektive Tablet.

Der Flughafen von San Francisco nutzt die Technologie bereits seit dem Jahr 2014. Etwa 300 Sender helfen insbesondere sehbehinderten Kunden, sich durch den Flughafen zu navigieren. Auch der Flughafen in Frankfurt setzt in Verbindung mit der Lufthansa-App für iOS auf iBeacon, um Passagiere auf mögliche Wartezeiten oder die nächste Lounge hinzuweisen.

VIELFÄLTIGER EINSATZ IN DER PRAXIS

Im Einzelhandel bieten sich dadurch ebenfalls spannende Möglichkeiten. Bereits beim Betreten des Ladens können Kunden auf Rabatte oder exklusive Aktionen hingewiesen werden. Auch ist hier eine Indoor-Navigation inklusive Produktsuche denkbar. Und wer mehr zu einem bestimmten Produkt, etwa Unterhaltungselektronik wissen möchte, bekommt ebenfalls technische Unterstützung. Steht ein Kunde länger als einer Minute vor einem bestimmten Artikel, erhält dieser Hinweise, sich bspw. Installations- oder Anwendungsvideos zu diesem Produkt anzusehen.

Wie erfolgreich dies tatsächlich in der Praxis sein kann, zeigt eine Fallstudie aus den USA. Über einen 30-tägigen Zeitraum wurden rund 25.000 User der App Mobile to Mortar™ während des Einkaufen bei Marsh via iBeacon angefunkt. Insgesamt konnte dabei eine 19-mal höhere Interaktion der Probanden mit dem angebotenen Produkt gegenüber der Referenzgruppe ohne Benachrichtigung festgestellt werden. Infolgedessen wurde die Nutzung der App in den Geschäften von jenen Teilnehmern als 16,5-mal häufiger eingestuft. Außerdem wurde die Bereitschaft derer, die die App der Supermarktkette auf dem Smartphone behalten würden, um 6,4-mal höher beziffert.

Die Studie zeigt eines von vielen Szenarien, wie sich die Technologie gewinnbringend einsetzen lässt. Die Weichen für den Einsatz sind zwar gestellt, doch kommt es letztlich auf die Akzeptanz der Verbraucher an. Der Einsatz von iBeacon sollte wohl überlegt sein und einen tatsächlichen Mehrwert bieten, den die potenzielle Zielgruppe zu nutzen weiß. Andernfalls können sich User schnell von der Informationsflut penetriert und letztlich gar gestört fühlen.

bam! interactive ist Ihr Ansprechpartner für Mobile App Entwicklung

Gerne sind wir auch an Ihrer Seite, wenn Sie Ihre Kunden mit mobiler Interaktion ansprechen möchten. Als erfahrene Agentur für Mobile Marketing, Mobile Advertising und Mobile Web, beraten und unterstützen wir Sie rund um das Thema iBeacon und darüber hinaus. Ein Anruf genügt, wir freuen uns auf Sie!

Zahlen zu iBeacons @ a glance:

    • iBeacon messen in drei Signalstärken: „Unmittelbar“ (0-10cm), „In der Nähe“ (10cm bis 3m), „Weit weg“ (>3m)
    • User, die im Geschäft per iBeacon benachrichtigt werden, zeigen 19-mal höhere Interaktion mit einem Produkt
    • User, die im Laden per iBeacon benachrichtigt werden, öffnen 16,5-mal häufiger eine App und nutzen diese
    • im Flughafen von San Francisco sind rund 300 Sender angebracht, die insbesondere blinden Passagieren bei der Navigation durch das Gebäude helfen

Quellen zum Artikel: