MZDW 25: Schreiben statt reden – Gezeitenwechsel bei Kurznachrichten

MZDW 25: Schreiben statt reden – Gezeitenwechsel bei Kurznachrichten
9. Juli 2014 Timo
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Die SMS war ursprünglich nur als Nebenprodukt gedacht: um als Betreiber Fehler und Netzstörungen an Kunden zu vermitteln – unabhängig von Ort und Zeit und noch besser: für alle empfangbar. SMS können über jedes Mobiltelefon verschickt werden, unabhängig vom Mobilfunkanbieter und benötigen keinen Schnick Schnack wie Internetverbindung oder Anmeldung. Bei den neumodischen Konkurrenten alla Internet-Messaging über WhatsApp und Co. müssen Absender und Empfänger hingegen den gleichen Dienst installiert haben. Doch eine geraume Zeit führten diese neuen Nachrichten-Dienste noch ein Schattendasein und waren lediglich Randerscheinung verglichen zum „Massenmedium“ SMS. Universalität und Vielseitigkeit der SMS machten deren Einsatz für Marken weiterhin attraktiv, beispielsweise für den Versand von Bordkarten für den Check-In am Flughafengate, die Benachrichtigung über Zugverspätungen, der Parkscheinkauf oder die Mobile-TAN fürs Online-Banking. (1) Doch Konkurrenz belebt das Geschäft und die SMS kämpft immer mehr ums Überleben…

Mobiles simsen und chatten wichtiger als Telefonieren

Das Versenden von Nachrichten kommt bei den Konsumenten gut an. Vor allem Jugendliche schreiben mehr, als dass sie telefonieren. 94 Prozent der 10- bis 18-jährigen versenden inzwischen Messages, entweder als SMS oder über Online-Dienste wie WhatsApp, iMessage oder Hangouts. Dagegen geben „nur“ 90 Prozent an, zumindest ab und zu mit ihrem Handy oder Smartphone zu telefonieren. Fast jeder zehnte jugendliche Handy-Besitzer in dieser Altersgruppe telefoniert dagegen mit dem Gerät nicht – auch eine Konsequenz der hinterhergeworfenen SMS-Flats gegenüber den Telefon-Flatrates. Doch den Kampf gegen die übermächtigen Konkurrenten wie WhatsApp und Co. wird für die gute, alte SMS immer schwerer – das Smartphone entwickelt sich zum Fluch und Segen zugleich. Vor vier Jahren noch kaum verbreitet, besaßen 2013 bereits 79 Prozent der jungen Nutzer ein Smartphone.Nach Angaben der Bitkom gab es 2013 einen Rückgang bei der Nutzung von SMS um 37 Prozent und lediglich 37,9 Milliarden versendeten SMS. Ein Tiefschlag im Kampf, um die Vorherrschaft – doch erst der Anfang? Wird bald gar die SMS ganz von den Homescreens der Smartphones verschwinden? Die Zukunft gehört damit klar der mobilen Datenübertragung. Mobile Breitbandnetze sind schneller geworden, mobile Daten-Flatrates verbreiten sich rasant und die Zahl der kostenlosen WLAN-Hotspots steigt rapide. All dies beschleunigte 2013 den Trend weg von der SMS und hin zu Instant Messaging-Diensten via App. Auch die Datenmenge in den deutschen Mobilfunknetzen ist im vergangen Jahr um fast 75 Prozent gestiegen und machte bereits letztes Jahr mehrere Hundertmillionen Gigabyte aus, deutlich stärker gestiegen als erwartet. (2)

Unternehmen setzen auf Mobile E-Mails

Der Trend zu mobilen Nachrichten findet nicht nur bei Konsumenten, sondern auch bei Unternehmen statt. Doch während der Platzhirsch im Instant Messaging, WhatsApp, noch jungfräulich und werbefrei daherkommt, schwört man im Business weiterhin auf das Versenden von SMS und E-Mails. So nutzen Marken immer wieder die Reichweite der Mobilfunkanbieter für lokale SMS-Kampagnen und erfreuen sich mitunter an hohen Conversionrates. Aber auch die altbekannte E-Mail freut sich reger Beliebtheit bei Marketers. Diese werden als Mobile E-Mail von 68 Prozent der Mobile Marketer eingesetzt und sind damit das meistgenutzte Mobile Marketing Instrument. Um ihre volle Wirksamkeit entfalten zu können, müssen E-Mails jedoch an die mobile Nutzung angepasst werden. Das bedeutet vor allem die Entwicklung vom responsiven E-Mail-Design, so dass sich die Inhalte an die Displaygröße anpassen. Doch damit können Marketer nur die Basis legen, zur Kür gehört die Einbeziehung aller relevanten Eigenschaften der verschiedenen Devices. Verschiedene Betriebssysteme, Auflösungen, Clients, Displaygrößen – mobile Endgeräte bieten eine Vielzahl an Ansatzpunkten, anhand derer sich spezifische Inhalte anzeigen lassen. iTunes Angebote nur für iOS Geräte oder hochauflösende Grafiken für Tablets mit Retina Display sind nur zwei denkbare Möglichkeiten. Außerdem sollten Unternehmen den Nutzungskontext berücksichtigen – nach Öffnungszeiten, Saison oder Standort anzubieten. Einsatz und Nutzen machen auch die E-Mail zum Konkurrenzprodukt für SMS und Instant Messaging – und kann, je nach Zielgruppe, Erfolgsgarant oder Ausfallkriterium sein.

Multichannel und Smartphone – untrennbar miteinander verbunden

In der heutigen Zeit bieten sich unendlich viele Möglichkeiten in Sachen Multichannel; besonders im Kontext PoS. Dies beginnt mit relativ einfachen Maßnahmen, wie durch Kundenkarten, Kassensysteme oder durch PoS-Terminals ausgelöste Trigger-Mails – beispielsweise Coupons oder Dankes-Mails – und geht hin bis zur komplexen Echtzeitkommunikation mit dem Smartphone des Kunden. Beispielsweise kann eine App mit Geolocation-Funktion, Angebote über Kommunikationskanäle je nach Standort des Kunden verschickt werden. Dass bereits jeder Dritte Smartphone Nutzer ortsbezogene Dienste verwendet, verdeutlicht die Relevanz dieser Thematik. Die integrierte, Multi-Channel-Strategie kommt heute also nicht mehr ohne Mobile aus.(3) Festzuhalten ist, dass die SMS zwar auch künftig ihren Platz in der Kommunikation haben wird, die Wachstumsimpulse aber derzeit von Instant-Messaging-Diensten und sozialen Netzwerken kommen. Die Entwicklung der mobilen Datenübertragung fördert diesen Trend. Die bam! interactive Marketing GmbH unterstützt Sie gerne bei der strategischen Planung und der Umsetzung ihrer mobilen Kommunikationsstrategie und berät Sie hinsichtlich der Möglichkeiten, die dieses Gebiet mit sich bringt. Nehmen Sie einfach Kontakt auf.

Ausgewählte Zahlen zum Thema SMS und Messaging @ a glance:

  • −         2012 wurden 59,8 Milliarden SMS verschickt
  • −         2013 ging die Zahl der SMS um 37 % auf 37,9 Milliarden zurück
  • −         94 % der 10- bis 18-jährigen versenden inzwischen Kurznachrichten
  • −         dagegen nutzen nur 90 % ihr Handy für Telefonate
  • −         9 % der jugendlichen Besitzer eines Mobiltelefons telefonieren überhaupt nicht mit ihrem Gerät
  • −         2013 wurden 267 Millionen Gigabyte in den Netzen der Mobilfunkbetreiber übertragen (+ 71 % gegenüber dem Vorjahr)
  • −         jeder Dritte Smartphone Nutzer verwendet ortsbezogene Dienste

Quellen:

  • (1)       http://www.bitkom.org/de/presse/8477_79205.aspx
  • (2)       http://www.bitkom.org/de/presse/30739_79536.aspx
  • (3)       https://www.artegic.de/eCRM/Webinare/Download_-_Trends_2_ss5/r1.html