MZDW 21: APPidemie – Die Sucht dem Smartphone

MZDW 21: APPidemie – Die Sucht dem Smartphone
11. Juni 2014 Timo
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Eine neue Krankheit verbreitet sich mit rasender Geschwindigkeit … und zwar auf der ganzen Welt. Sie heißt Nomophobie. Sie ist wahrscheinlich DIE Krankheit des 21. Jahrhunderts. Als neue Volkskrankheit greift die Nomophobie auf weitere Mitmenschen über, breitet sich gnadenlos weiter aus und kennt kein Ende. Nach einer Studie von Flurry sind schon 176 Mio. Menschen weltweit davon betroffen. Dabei sind besonders Teenager, Studenten und Eltern zwischen 35 und 54 Jahren gefährdet. (1) Noch nie was von Nomophobie gehört? Vielleicht gehören Sie sogar zu den Betroffenen …

Nomophobie – der Übeltäter in der Hosentasche

Bevor eine Auseinandersetzung mit Nomophobie Sinn macht, sollte das Ganze aus einer Meta-Perspektive betrachtet werden: Nomophobie beginnt bei dem Medium, mit dem der Alltag bei den meisten von uns mittlerweile startet: Dem Smartphone. Das Smartphone ist unser täglicher Begleiter geworden. Waren die Nutzungsmöglichkeiten 2007 mit der Veröffentlichung des ersten iPhones noch recht überschaubar, so können wir uns heutzutage kaum noch vor Apps retten. Der Markt ist riesig. Bitkom prognostiziert, dass dieses Jahr 717 Mio. Euro mit Apps umgesetzt werden sollen, gleichzeitig wird mit 3,4 Mrd. App-Downloads gerechnet. (2) Knapp eine dreiviertel Milliarde Euro Umsatz – das deutet darauf hin, dass es nicht nur ein enormes Angebot, sondern auch eine extreme Nachfrage für Mobile Apps gibt. Aber was bedeuten diese Zahlen eigentlich für das tägliche Nutzungsverhalten der Smartphone-Besitzer? Bringen uns die zahlreichen Apps überhaupt einen Mehrwert und benutzen wir diese tatsächlich? Die Antwort lautet wohl: JA, und wie es scheint, verbringen viele Nutzer viel mehr Zeit am Smartphone als gedacht.  Flurry Analytics hat in einer Studie das Verhalten der User untersucht … und deren Ergebnisse führen uns wieder zurück zur Nomophobie.

No-mobile-phone-phobia…

Nomophobie, das kommt aus dem englischen Nomophobia und bedeutet nichts anderes als „no-mobile-phone-phobia“ – die Angst also, für soziale und geschäftliche Kontakte mobil unerreichbar zu sein. (3) Kurz, die Sucht nach dem Smartphone. 75 Prozent aller Mobiltelefonbesitzer würden ihr Haus morgens nicht ohne ihren mobilen Begleiter verlassen. (4) Laut Flurry Analytics sind im März 2014 bereits etwa 176 Millionen Menschen weltweit als „Smartphone-süchtig“ einzustufen. (1) Täglich werden es mehr…  Zugrunde liegender Indikator ist hier die tägliche Anzahl an App-Aufrufen. Wer mehr als 60x am Tag eine App öffnet, ist Smartphone süchtig. Schon mal mitgezählt? Im Schnitt 5x die Stunde, ohne die Nacht mitzurechnen … ist erschreckenderweise gar nicht so viel. Eine aktuelle Studie von KPCB über die Internettrends 2014 zeigt, dass wir durchschnittlich 150x am Tag zum Smartphone greifen und Neuigkeiten checken – wahrscheinlich checken wir diese mit einer App. (5) Mail, Browser, WhatsApp, Facebook und peu á peu nähert man sich der Grenze zur Süchtigkeit. Im Durchschnitt verbringen wir Deutschen 81 Minuten am Tag mit der Nutzung der Smartphone – Tendenz klar steigend.

Zwei konträre Sichtweisen

Aus gesellschaftlicher Sicht ist diese Entwicklung sicherlich erschreckend. Vielerorts fragt man sich, ob besonders die kommende Generation überhaupt noch in der Lage ist, eine fokussierte und andauernde Konversation zu führen, ohne dabei mit dem Smartphone zu hantieren. Nicht ohne Grund hat sich hierfür der Begriff „Phubbing“ etabliert – unhöflich und dennoch immer häufiger zu sehen. Allerdings liegt aus unternehmerischer Sicht genau hier das Potential. In der crossmedialen Strategieplanung muss der Fokus mehr und mehr auf den mobilen Sektor gerichtet werden. Das Ziel jedes Unternehmens muss es sein, mit Apps und mobilen Webseiten möglichst oft unter diesen täglichen Aufrufen zu sein – oder zumindest via Mobile Advertising im Mobile Web für Sichtbarkeit zu sorgen. Wer heute noch nicht darüber nachgedacht hat, sollte spätestens jetzt damit anfangen, die komplette Marketingstrategie zu mobilisieren und genau dort präsent zu sein, wo es auch die Zielgruppe ist – auf Smartphone, Tablet & Co. Grundlage dafür ist eine ganzheitliche Strategie, mit der alle Kanäle miteinander verknüpft werden. Denn die Nomophobie wird weiter zunehmen – ein Leben ohne Smartphone von Tag zu Tag immer unvorstellbarer und damit die Präsenz immer dringlicher. Wir helfen gerne dabei, noch mehr Gründe zu liefern, warum Zielgruppen das Smartphone nicht mehr aus der Hand legen können – mit mehrwertbietenden Apps, Websites und Advertising. Kontaktieren Sie uns einfach.

Wichtige Zahlen zum Thema Nomophobie @ a glance:

  • – >16 App Öffnungen am Tag: „Regular Users“: 639 Mio. in 2013 à 784 Mio. in 2014 (+23%)
  • – 16-60 App Öffnungen am Tag: „Super Users“: 283 Mio. in 2013 à 440 Mio. in 2014 (+55%)
  • – 60+ App Öffnungen am Tag: „Addicts“: 79 Mio. in 2013 à 176 Mio. in 2014 (+123%)
  • – 717 Mrd. Euro Umsatz mit Apps in Deutschland im Jahr 2014 (+31% zum Vorjahr / 2013: 547 Mrd. Euro)
  • – 3,4 Mrd. App Downloads in Deutschland in Jahr 2014 (+300% in drei Jahren; 2011: 962 Mio.)
  • – durchschnittliche User checken 150x am Tag das Smartphone

Quellen:

  • (1): http://www.flurry.com/bid/110166/The-Rise-of-the-Mobile-Addict
  • (2): http://www.bitkom.org/de/presse/8477_79327.aspx
  • (3): http://www.gesundheit.de/wissen/haetten-sie-es-gewusst/medizinische-begriffe/nomophobie-was-steckt-dahinter
  • (4): http://trendbuero.com/wp-content/uploads/2013/12/Trendbuero_Go_Smart_2012-Always_in_touch.pdf
  • (5): http://www.kpcb.com/insights/2013-internet-trends
  • (6): http://www.goldmedia.com/presse/newsroom/mobile-monitor-2014.html