MZDW 12: Big Data – ein Buzzword mit Potenzial

MZDW 12: Big Data – ein Buzzword mit Potenzial
26. März 2014 Timo

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Immer wenn wir etwas im Internet suchen, immer wenn wir einfach nur surfen, immer wenn wir anderweitig im Internet unterwegs sind, hinterlassen wir Spuren. Und sei es auch nur, der geöffnete Link eines E-Mail-Newsletters. Mit jedem einzelnen Medium, das smart auf Internetinhalte zugreift, hinterlassen wir Abdrücke. Und diese einzelnen Abdrücke verdichten sich peu á peu zum einem konkreten Fußabdruck. Es ist bemerkenswert, wie viele verschiedene Daten dabei tatsächlich gespeichert werden. Daten, die uns charakterisieren, beschreiben und viele Rückschlüsse über uns zulassen. Im Zusammenhang mit Unternehmen fällt hier heutzutage der Begriff Big Data. Mit Smartphone und Tablet steigen hier die Möglichkeiten noch einmal um ein Vielfaches. Und unsere Daten sind wertvoll für jede Marke – egal ob über Smartphone, Tablet oder Desktop generiert. 

Big Data – wir bringen etwas Licht ins Dunkel

Big Data beschreibt im eigentlichen Sinne die zunehmende Menge an Daten, die von uns Kunden anfallen. Wir hinterlassen Daten, egal, ob durch unsere Aktivitäten in Newslettern, Aktionen auf der Website oder wenn wir uns über eine Marke bzw. ein Produkt in den sozialen Netzwerken auslassen. Aus Sicht heutiger Marketers und in Zeiten unserer hybriden Kaufentscheidungen sind diese Daten natürlich wertvoll – und kostenlos, wenn man weiß, diese zu nutzen. Über alle Kunden hinweg entstehen hier Datenmengen, die mit klassischen Instrumenten natürlich nicht mehr beherrschbar sind, Big Data also. (1) Wer es hier schafft, Herr all dieser Datenmengen zu werden, diese zu sammeln, zu analysieren und nutzbar zu machen, kann enorme Wettbewerbsvorteile generieren. Mit einem Überblick über diese Daten lässt sich beispielsweise das Rauschen in den sozialen Netzwerken erfassen, auswerten und frühzeitig Kritik oder Änderungswünschen begegnen. Jede Marke kann gewinnen, wenn Big Data in die Unternehmenskultur Einzug erhält.

Unvorstellbare Datenmengen

Um Big Data begreifbar zu machen, sollten an dieser Stelle ein paar Vergleiche die Größe und Bedeutung zumindest ansatzweise verdeutlichen:  Zwischen den Jahren 0 und 2003 lag das geschätzte Datenvolumen ALLER Keilschrifttafeln, Papyrusrollen, Schallplatten, Videokassetten und 3,5 Zoll Disketten zusammen bei etwa 5 Mrd. Gigabyte. 5.000.000.000 Gigabyte – eine sehr lange Zahl, die durchaus für diese Zeitspanne realistisch klingen mag. Und jetzt kommt es: Im Jahr 2011 sammelte sich die gleiche Menge von Daten innerhalb von nur 48 Stunden. Zwei Jahre später, also 2013, wurden bereits ca. alle 10 Minuten derartige Datenmengen erzeugt. Natürlich hängen nicht alle dieser Daten mit einer Marke zusammen, doch selbst, wenn 0,25 Prozent dieser Daten einer Marke zugeordnet werden können, ist die Menge der Informationen beträchtlich. Der Grund dafür ist einfach: stationäres Internet, Smartphones, Tablets und bald sogar Brillen und Uhren. (2)

Ein Buzzword auf dem Vormarsch

Das Big Data gerade erst auf dem Vormarsch begonnen und immer größere Relevanz bekommen hat, zeigte auch das Leitthema der diesjährigen CeBIT, die mit „Datability“ Big Data zum Messe-Schwerpunkt erhob. Ein Markt mit Zukunft also und unsere eigene Mediennutzung zeigt deutlich, dass Big Data die Zukunft gehören wird – zumindest, wenn Marken unseren Ansprüchen gerecht werden wollen. Nach einer Studie der PwC wenden bereits jetzt von 213 Entscheider aus hiesigen Industrieunternehmen 27 Prozent Big Data-Methoden an. Hinzu kommen weitere 36 Prozent an Unternehmen, die den Einsatz bzw. den Aufbau von Big Data-Methoden planen. Gründe liegen in einem höheren Markt- und Kundenverständnis, was sich auf verbesserte Prozesse und letztlich auf höhere Profitabilität auswirkt. (3) Gleichzeitig entwickelt sich Big Data auch zu einem lukrativen Markt: Wir können dieses Jahr, bezogen auf Big-Data-Markt in Deutschland, mit einem Wachstum von 59 Prozent rechnen – der Umsatz wird auf 6,1 Milliarden Euro klettern. (4) Kein Bereich im Endkunden oder B2B-Segment wird mittelfristig ohne Big Data auskommen, doch das erfordert Zeit und Ressourcen – und es erfordert maßgeschneiderte Lösungen (5) Mit einem System von der Stange könnten die Potenziale schnell verpuffen.

„Wir“ machen ein Umdenken nötig

Wer wundert sich heute noch über Big Data und den Drang, weitere Kundendaten zu sammeln und wirtschaftlich nutzbar zu machen. Spätestens nach NSA & Co. bleiben sowieso keine Daten mehr ungenutzt – nun also auch Unternehmen. Was jedoch verständlich ist, denn es gibt immer mehr Schnittstellen zu Marken, die aus Unternehmersicht genutzt werden möchten. Immer selbstverständlicher erfolgt unser Umgang mit Marken, wir geben hier oder da Kundendaten ein, richten unsere Wünsche beim Kunden-Support aus oder lassen uns mit Freunden über dieses oder jenes Produkt aus – natürlich lieber mobil, als auf dem stationären PC. Wir lassen uns gerne „erinnern“ und auch der Bestellprozess darf höchstens einen Klick dauern… Wer lernt hinzuhören, sämtliche Daten zu sammeln und auszuwerten, um Produkte und Services zu verbessern, ist klar im Vorteil. Smartphone und Tablet schaffen hier natürlich gänzlich neue Interaktionsmuster – über mobile Apps, mobile Websites, Call-to-Actions oder auch soziale Netzwerke. Das Thema Big Data gehört also zwingend crossmedial gedacht – grenzübergreifend können unsere Daten erst sinnvoll verknüpft und genutzt werden. Gerade in Apps liegen neue wertvolle Informationen verborgen; beispielsweise über die App-Nutzung: wann und wo wir die App nutzen oder wie wir auf bestimmte Features der App zugreifen. Viele wertvolle Daten, die sowohl der Kommunikation mit uns nützen, als auch der Verbesserung der Mobile App an sich dienen können. Gleichzeitig werden dem Nutzer leichter die gewünschten Informationen bereitgestellt, sodass eine Win-Win-Situation entsteht – und wer träumt nicht davon…

Ausgewählte Ergebnisse der Big-Data-Analysen 2014 von BITKOM und PwC @ a glance:

Umsatzvolumen von Big-Data in Deutschland (4)

–       13,6 Mrd. Euro Umsatzvolumen bis 2016 in Deutschland

–       2014 bereits ein Anstieg auf 6,1 Mrd. Euro (59 %)

–       Bärenanteil von 5,1 Mrd. Euro fällt auf Datenbasierte Produkte und Analytics-Services (62 %)

Investitionen in Big-Data (3)

–       36% der Unternehmen planen den Einsatz von Big-Data

–       27% der Industrieunternehmen wenden bereits Big-Data an

–       Budgets liegen momentan zwischen 100.000 und 500.000 Euro

Quellen:

(1): http://www.softselect.de/business-software-glossar/big-data

(2): https://www.youtube.com/watch?v=otWN5o1C2Bc 

(3): http://www.presseportal.de/pm/8664/2683211/die-meisten-industrieunternehmen-wollen-big-data-nutzen

(4): http://www.bitkom.org/78809_78804.aspx

(5): http://www.cio.de/knowledgecenter/bi/2927887/#