MZDW 06: 3-5 jährige Kinder können Apps bedienen, aber nicht schwimmen

MZDW 06: 3-5 jährige Kinder können Apps bedienen, aber nicht schwimmen
12. Februar 2014 Timo

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War das nicht ein bewegender Moment für jeden von uns: Die erste allein zurückgelegte Strecke mit dem Fahrrad – ganz ohne Stützen, ohne Mama und Papa als Hilfe, komplett selbstständig Fahrrad fahren. Das erst Mal Freiheit. Gefreut haben wir uns damals natürlich wie Bolle – das Grinsen ging so schnell nicht mehr aus unserem Gesicht. Gleiches gilt für das erste Mal Schwimmen ohne Schwimmflügel oder die erste Nacht im eigenen Bett. Mit diesen kleinen Erfolgsschritten – die für uns natürlich Quantensprünge waren – sind wir aufgewachsen; waren oft draußen, haben mit Freunden Unsinn gemacht oder uns mit Malbuch, Puppen oder Spielfiguren beschäftigt. Kleine Welt ganz groß… Doch heute ist alles anders. Für die Kleinsten gehört das Internet mittlerweile fast zum Alltag – und mobile Endgeräte wie Smartphone & Tablet ebenso. 

Mobile ist in der Lebenswelt der 3-5 Jährigen angekommen

Eine Studie der AVG, einem amerikanischen Unternehmen für Computersicherheit, zeigt jetzt, dass bereits im Alter von 3-5 Jahren das Leben der Kinder mehr und mehr digitalisiert wird. Als Digital Natives kann selbst die jüngste Generation eher ein Smartphone bzw. eine Mobile App bedienen, als selbstständig zu schwimmen oder sich die Schuhe schnüren. Die internationale Umfrage unter 6.000 Müttern aus zehn verschiedenen Ländern zeigt signifikante Entwicklungen: 57 % der 3-5 jährigen Kinder können eine Mobile App auf dem Smartphone bedienen, jedoch nur 23 % von ihnen können Schwimmen, nur 14 % können ihre Schuhe binden und nur 13% kennen die Telefonnummer ihrer Eltern. 70 Prozent der befragten Mütter gaben sogar an, dass ihre Kinder eher mit der Computermaus umgehen können. (1)  Zwar handelt es sich hier nicht um eine repräsentative Befragung, doch allein unsere Alltagsbeobachtungen lassen den gleichen Schluss zu.

Das Internet kommt bereits mit der Muttermilch

Gerade in diesem jungen Alter schauen sich die Kinder vieles von ihren Eltern ab. Smartphone, Tablet & Co. gehören schon seit längerem zu unserem alltäglichen Leben. Klar, dass sich dann von Kindesbeinen an die Bedienung und Nutzung von den Eltern abgeguckt wird. Allein in Deutschland haben beispielsweise 60 Prozent der hiesigen Haushalte mindestens drei internetfähige Devices – die tatsächliche Zahl liegt wahrscheinlich bei vielen von uns noch deutlich höher. (2) Von Beginn an setzen sich schon die Jüngsten mit den Digital Devices auseinander und schauen Mama und Papa neugierig bei der Nutzung von Smartphone, Tablet & Co. zu. Und mit wachsendem Alter nimmt die Bedeutung des Internets dann immer mehr zu. Bereits im Alter zwischen sechs und neun Jahren spielen, interagieren und chatten unsere Kinder heute  in der virtuellen Welt. Die Studie ergab weiter, dass fast 90 % der 6-9 jährigen Kinder heute aktive Internet-User sind. Fast jeder Fünfte hat bereits eine eigene E-Mail-Adresse. (3)

Das Internet der Dinge – wir stehen erst am Anfang

Alles in allem ist das das Ergebnis des „Internets der Dinge“, also der Vernetzung von immer mehr alltäglichen Geräten zu einer vernetzten, intelligenten Umwelt. Smartphone, Tablet & Co. sind heute zwar kleine Kraftpakete und alleskönnende Rechenmaschinen, doch das ist erst der Anfang. (4) Der nächste Schritt sind Smart-Watches. Intelligente Uhren , die mit dem Smartphone interagieren und neben der Uhrzeit viele weitere Informationen und Apps ans Handgelenk übertragen. Neben Samsung und Sony planen hier auch weitere Platzhirsche wie HTC und Apple bald den Marktstart. Und spätestens mit der „iWatch“ von Apple dürfte ein weiteres intelligentes Digital Device bald nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken sein. (5) Aber die Liste intelligenter Smart Devices wird immer länger. Auf nahezu jeder Elektronikmesse der vergangenen Zeit wurden weitere „smarte“ Neuheiten vorgestellt. Mit dem Internet verbundene Kühlschränke, Lichtsysteme mit WLAN,  oder Wärmesysteme für das Haus, die die Raumtemperatur personenspezifisch steuern – um auch nur die Bekanntesten zu nennen. Und wer wollte nicht schon immer seine Zimmerheizung per Smartphone von unterwegs aus steuern oder einen Kühlschrank besitzen, der den Einkauf eigenständig online in Auftrag gibt.

Bereits heute wachsen Kinder in einer digitalisieren Welt auf– mit dem „Internet der Dinge“ wird das Internet bereits in den ersten Lebensjahren noch mehr Dominanz einnehmen. Hier entstehen schnell viele Möglichkeiten für Marketers, schon kurz nach der Geburt Markenbewusstsein aufzubauen und potenzielle Kunden frühzeitig zu binden. Die Spielwiese wird immer größer. Als Experten im Bereich interactive und Mobile Marketing beraten wir Sie jederzeit gern, damit Sie bereits unseren Kindern angemessen und erfolgreich begegnen können.

Die Umfrageergebnisse der AVG @ a glance: (1) (3)

Befragt wurden 6.000 Mütter aus zehn verschiedenen Ländern:
Von den 3-5 Jährigen können…

–       70 % mit der Computermaus umgehen.

–       66 % ein einfaches Computerspiel spielen.

–       57 % eine Mobile App bedienen.

–       25 % angeben, was in einem Notfall zu tun ist.

–       23 % Schwimmen.

–       14 % sich die Schuhe schnüren.

–       13 % die Telefonnummer der Eltern nennen.

Von den 6-9 Jährigen haben…

–       46 % einen Account bei einem virtuellen Kinderclub.

–       18 % eine eigene E-Mail-Adresse.

–       16 % ein eigenes Facebook-Profil.

–       9 % einen Account bei einem Instant Messaging-Dienst.

–       30 % andere Profile im WWW.

–       24 % keine der angegebenen Optionen.

Quellen:

(1): http://blogs.avg.com/lifestyle/parenting-trends-digital-diaries/

(2): http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kinder-und-technik-erst-ipad-bedienen-dann-schwimmen-lernen-12783372.html

(3): http://blogs.avg.com/lifestyle/children-living-in-virtual-worlds/

(4): http://www.spiegel.de/netzwelt/web/kuehlschrank-verschickt-spam-botnet-angriff-aus-dem-internet-der-dinge-a-944030.html

(5): http://www.smartwatch-trends.deText available only in Deutsch