Chatbots durchdringen unser Leben

Chatbots durchdringen unser Leben
9. Februar 2017 Mustafa Mussa

Chatbots sind für uns von bam! interactive, der Manufaktur für mobile Interaktion, einer der wichtigsten Mobile-Trends 2017, wie wir bereits im Januar hier im Blog geschrieben haben. Warum das so ist, wollen wir Ihnen heute deutlicher machen, denn wir glauben, dass Chatbots die Art, wie wir mit dem Smartphone interagieren, schon in Kürze enorm verändern werden.

Chatbots simulieren Dialoge mit Menschen

Was sind Chatbots überhaupt? „Vereinfacht gesagt ist ein Chatbot eine Technologie mit künstlicher Intelligenz, die Unterhaltungen mit menschlichen Nutzern simulieren soll“, schreibt Evan Wray von Swyft Media in seinem Fachbeitrag 5 Dinge, die Unternehmen über Chatbots wissen sollten. Immer mehr Unternehmen bieten solche Chatbots innerhalb von populären Messenger-Apps an wie etwa Facebook Messenger, Snapchat oder WeChat. Der Chatbot wirkt dabei wie fast ein normaler „Freund“, mit dem man sich anfreunden kann, und kann maßgeschneiderte Antworten generieren, indem der Chatbot seinem Gegenüber Fragen stellt, Schlüsselwörter analysiert und Sätze aus natürlichen Konversationen verarbeitet. Chatbots müssen aber nicht zwangsläufig nur innerhalb von Messenger-Apps eingesetzt werden, sondern sie können auch auf Websites und innerhalb von Apps von Unternehmen integriert werden. So testet Starbucks gerade in den USA einen Chatbot innerhalb seiner eigenen App, mit dem Kunden in einem Dialog einen Kaffee in eine Starbucks-Filiale um der Ecke vorbestellen können. Das System kommt dabei komplett ohne Menschen aus, der Chatbot simuliert einen Barista von Starbucks. Zwar handelt es sich noch um einen Beta-Test, doch noch in diesem Jahr soll der Chatbot allen US-Kunden von Starbucks auf iOS und Android zur Verfügung stehen. Ein ähnliches Konzept verfolgt 1800 Flowers, ein Blumen-Lieferservice in den USA: Auf der Website des Unternehmens können Kunden in einen Dialog mit einem Chatbot treten und ihm z.B. schreiben, dass Sie einen passenden Blumenstrauß zu einem 80. Geburtstag benötigen. Der Chatbot liefert dann passende Vorschläge. Technologisch setzt dieser Chatbot auf künstliche Intelligenz von IBM Watson. Resi wiederum, eine Nachrichten-App aus Berlin, wurde gleich komplett als eigenständige Chatbot-App konzipiert: „Resi schickt dir die neuesten News genau so, wie es ein Freund über WhatsApp machen würde“, so die Macher der Resi-App auf ihrer Website.

Facebook Messenger wird von Chatbots überflutet

Auch wenn Chatbots künftig immer häufiger direkt auf unternehmenseigenen Websites und innerhalb von Apps eingesetzt werden dürften, gibt es derzeit vor allem einen großen Hype um Chatbots innerhalb des Facebook Messenger. Denn die Entwicklung ist rasant: Erst im April 2016 stellte Facebook auf seiner Entwicklerkonferenz f8 die Möglichkeit vor, Chatbots in den Facebook Messenger zu integrieren, und bereits im November 2016 gab es dort 34.000 Chatbots. Neuere Zahlen gibt es nicht, doch die Marke von 50.000 Chatbots dürfte sicherlich heute schon erreicht sein. Der Vorteil, einen Chatbot innerhalb eines populären Messengers zu launchen, liegt für Unternehmen darin, die Nutzer abzuholen, wo sie bereits sind: Die Zeit, die Nutzer mit Social- und Messenger-Apps verwenden, ist 2016 um sagenhafte 394 Prozent gestiegen, zeigt eine Studie von Flurry. Sie sind heute mit Abstand die beliebteste App-Kategorie. „Genau wie vor 10 Jahren bei dem Start der App-Entwicklung werden Chatbots bereits für jeden Usecase entwickelt – auch wenn noch nicht alle sehr sinnvoll und intelligent sind“, sagt Chatbot-Experte Laurent Burdin im mobilbranche.de-Interview. „Chatbots sind der Katalysator aller aktuellen digitalen Entwicklungen und jeder Professional der Branche muss sich damit auseinandersetzen“, ist er sich sicher.

Künstliche Intelligenz: Was Chatbots und Sprachassistenten gemeinsam haben

Chatbots basieren wie auch Sprachassistenten auf künstlicher Intelligenz: „Das Prinzip der automatisierten Konversation in Amazons Alexa oder in einem Chatbot ist genau das Gleiche“, so Experte Laurent Burdin. Auch deshalb gilt das Thema als einer der wichtigsten Trends des Jahres – denn wer ein Konzept für einen Chatbot entwickelt, kann dieses auch recht einfach für einen Sprachassistenten adaptieren. Und genau das tut gerade etwa Starbucks: Der anfangs erwähnte Chatbot innerhalb der Starbucks-App kann nicht nur per Text kontaktiert werden, sondern auch per Sprache. Je nach Situation kann der Nutzer also entscheiden, ob er lieber tippt wie etwa in einer vollen U-Bahn, oder ob er lieber mit dem virtuellen Barista spricht wie etwa in einem ruhigen Park oder zu Hause. Zudem wird der virtuelle Barista auch bei Amazons Alexa integriert, so dass auch eine Kaffee-Bestellung über dieses System möglich sein wird.

Grenzen zwischen Messengern, Chatbots und Apps verschwinden

Peter Buchroithner vom österreichischen Startup Swell hat es geschafft, aus einer nativen App für Android und iOS einen der weltweit erfolgreichsten Chatbots mit über 2 Millionen Nutzern zu machen. Das spannende daran: Eigentlich hielt Buchroithner lange nicht viel von Chatbots, zumindest wenn man darunter eine Künstliche-Intelligenz-Lösung versteht. Dennoch hat er seine native App Swell in einen Chatbot für den Facebook Messenger umgewandelt – und zwar nach dem er das Prinzip eines Chatbots im Sinne einer neuartigen App umgedeutet hatte. So ist es ihm gelungen, die native iOS-App in einen Chatbot, Pardon: „eine voll-funktionale App für den Facebook Messenger“, zu verwandeln. Technisch setzt Swell dabei auf Webview bzw. HTML5. Das Ergebnis ist ein Chat-basiertes Abstimmungssystem, das optisch an Instagram erinnert, aber zugleich immer die Auswahl zwischen zwei Bildern ermöglicht. Swell-Nutzer können ihre eigenen Abstimmungen an Swell schicken und darüber herausfinden, für welche Kleidung, Schuhe, Essen oder Hobby sie sich entscheiden sollen.

Dass die Grenzen zwischen Messengern, Chatbots und Apps verschwinden, zeigt zudem auch Chinas beliebtester Messenger WeChat, der schon länger als Vorreiter bei Chatbots galt. Im Januar nun führte WeChat sogenannte Mini-Programs ein, die im Grunde kleine Apps innerhalb der WeChat-App sind. So haben WeChat, Facebook Messenger und Co das Potential, sich noch stärker als eigene Ökosysteme zu etablieren und perspektivisch sogar dem App Store von Apple und dem Play Store von Google Konkurrenz zu machen.

Haben Sie Interesse an einem eigenen Chatbot? Gern sind wir von bam! interactive, der Manufaktur für mobile Interaktion, Ihr Ansprechpartner, wenn Sie einen großartigen Chatbot entwickeln möchten. Kontaktieren Sie uns hier!