App Store 2.0 – Apple führt Abonnements ein

App Store 2.0 – Apple führt Abonnements ein
14. Juni 2016 Mustafa Mussa
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Es ist heute kaum vorstellbar, dass der App Store von Apple erst ein Jahr nach Release des iPhone seine Tore öffnete. Seitdem hat sich der App Store stetig im Rahmen der Smartphone-Evolution mitentwickelt, ohne jedoch im großen Stile umgekrempelt zu werden. Bereits vor wenigen Tagen bestätigte Phil Schiller weitreichende Änderungen für den „App Store 2.0“, der die User ab Herbst erwartet.

APPLE FÜHRT APP-ABONNEMENTS IM APP STORE EIN

Die bedeutendste Änderung dürften Abonnements als Zahlungsmöglichkeit darstellen. Während Apps bisher nur einmalig gekauft werden konnten, können Entwickler ab iOS 10 ihre Anwendungen als Abo vermarkten. Ein Schritt, den laut „The Verge“ viele Entwickler als frischen Wind in einem ansonsten allmählich aussterbenden Markt begrüßen. Wie „ein Erdbeben im positiven Sinne“, beschreibt etwa ein Entwickler die Einführung von App-Abonnements. Denn bisher sind nur einige wenige Apps wie Netflix dafür bekannt, im Abo zu funktionieren.

Schon seit längerer Zeit beklagen sich laut „The Verge“ viele Entwickler darüber, für Updates keinen Kaufpreis verlangen zu können und nur vom einmaligen Erlös aus dem Kauf bzw. durch erweitere Features durch In-App-Verkäufe abhängig zu sein. Auch wenn dieses Anliegen mit der bevorstehenden Änderung im Kern nicht behoben wird, so können die Anbieter in Zukunft zumindest mit kontinuierlichen Umsätzen kalkulieren. Vorausgesetzt sie schaffen es, die User langfristig zu binden. Denn: Für gleichbleibende Beträge im Abo dürfen User auch kontinuierlich neue Inhalte erwarten, wie es die neuen Richtlinien Apples vorschreiben. Durchwinken möchte der Konzern keinesfalls jede beliebige App, allerdings sei man fortan in der Lage, 90 Prozent aller Apps nach nur 48-stündiger Prüfung im Store freizuschalten, rund 50 Prozent bereits nach 24 Stunden.

VERÄNDERTES PROVISIONSMODELL BEI APP ABONNEMENTS

Im Zuge dessen überarbeitet Apple auch erstmals das bisher bekannte 70/30-Provisionsmodell. In Zukunft streicht der Konzern nach dem ersten Jahr nur noch Gebühren in Höhe von 15 Prozent ein, während der Großteil von 85 Prozent künftig in die Kassen der Entwickler wandert. Wer es schafft, seine Nutzer langfristig zu binden, profitiert demnächst besonders.

Vor allem Onlinespiele, in denen man sich verschiedene Elemente freischalten muss, könne man laut Schiller sehr gut über App-Abonnements vermarkten. Ein Blick auf die Zahlen bestätigt: Rund 485.000 Spiele, also fast ein Viertel aller Apps in Apples App Store, generieren laut „App Annie“ gute 75% aller Erlöse aus App-Verkäufen. Da ist es naheliegend, wenn die Entwickler von Bestsellern wie „Clash Royale“ und Co. zukünftig auf Abos anstelle von In-App-Sales setzen. Aber auch für Enterprise Apps, die abhängig von fortlaufenden Updates und neuer Features sind, sei das neue Bezahlmodell eine interessante Option, so Schiller.

ERSTMALS WERBEANZEIGEN IM APP STORE

Außerdem will der Konzern in Zukunft Ads im App Store schalten. Die Werbung soll jedoch lediglich innerhalb der Suche geschaltet werden und auf eine Anzeige pro Suche beschränkt werden. Auf diese Weise soll der Nutzer noch schneller auf prominente Apps aufmerksam werden, ohne jedoch ständig die gleichen Anzeigen zu sehen. Schiller betont, man lege man Wert auf eine ausgewogene Auktion der Ad-Platzierung, die „fair zu Entwicklern und auch fair zu unabhängigen Entwicklern“ sei. Zum Start sollen die Ads zunächst nur im US-Store eingeblendet werden.

Apple hat schon einmal unser Verhalten beeinflusst, wie wir heute unsere Software beziehen. Ob Abos auch diesmal für nachhaltige Änderungen sorgen, bleibt abzuwarten. Denn was für die Entwickler lukrativ klingt, kann für User unter Umständen auf Dauer eine teure Angelegenheit werden. Phil Schiller verspricht, eine Möglichkeit gefunden zu haben, die Verwaltung von App-Abonnements benutzerfreundlich und zugunsten der Anwender zu gestalten. Sollte sich bspw. ein Abo-Beitrag erhöhen, wird der User hierauf explizit hingewiesen und um Einwilligung gebeten. Reagiert der Nutzer nicht, wird das Abo beendet und nicht weiter fortgeführt. Auch sonst wolle man keine versteckten Kostenfallen einbauen und die Nutzer vor keine bösen Überraschungen stellen, so Schiller weiter.

EIN ABONNEMENT FÜR IHRE APP?

Am Ende des Tages kann Apple eines jedoch nicht: Das Denken der User übernehmen. Wer mehrere App Abonnements in Zukunft abschließt, muss sich im Klaren sein, hierfür kontinuierlich zu zahlen.

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Zahlen zum App Store 2.0 @ a glance

  • Ab dem 2. Jahr streicht Apple zukünftig nur noch 15 Prozent statt 30 Prozent der App-Erlöse
  • Apples App Store zählt über 2.000.000 Apps, dazu zählen rund 485.000 Spiele
  • Games sorgen laut Auswertungen von „App Annie“ für 75 Prozent der Umsätze aller iOS Apps
  • 50 Prozent aller Apps werden nach 24 Stunden freigeschaltet, 90 Prozent spätestens nach 48 Stunden

Quellen