App Marketing

App Marketing – Kann mehr als die Nadel im Heuhaufen sein

Wer nutzt sie nicht, die kleinen, digitalen Helferlein, die den Alltag heute um ein Vielfaches vereinfachen. Gemeint sind Mobile Apps, die auf das Smartphone heruntergeladen werden und die versuchen, das Leben der Smartphone-Nutzer überall rund um die Uhr zu vereinfachen. Mittlerweile befinden sich allein im App Store von Apple über 900.000 unterschiedliche Mobile Apps. (1) Die Auswahl steigt täglich – die Nutzung ebenso. Dies wird durch zunehmende Verbreitung von Smartphones über alle Bevölkerungsschichten hinweg bestätigt. Zudem verwenden die Smartphone-Nutzer Mobile Apps bevorzugt in den Bereichen News, Commerce, Kommunikation und bei situativen Diensten (verglichen mit Mobile Websites). (2)

Unternehmen haben diesen Trend längst erkannt und rüsten in Sachen Mobile Marketing und speziell bei Mobile Apps kräftig auf: Allein der deutsche Automobilehersteller Audi bietet 18 Apps in verschiedenen Kategorien an. Bei der Robert Bosch GmbH sind es sogar 26 Apps. Werden die Apps verwandter Marken mitberücksichtigt, sind es sogar 33 Apps. (3) Die Bandbreite reicht über B2C- über B2B- und B2A-Apps. Auch unternehmensintern werden Mobile Apps immer stärker verwendet, beispielsweise zur Zeiterfassung bei Außendienstmitarbeitern. Die Möglichkeiten sind enorm – die Wirkung auf das Zielpublikum ebenso.

App Marketing beginnt im App Store

Umso mehr steigt die Dringlichkeit des App Marketings, also der App Vermarktung. Es bringt nichts, wenn Unternehmen bei der App Entwicklung aufhören und kein Budget für eine Vermarktung nach dem Launch im App Store bleibt. Folge davon sind mit großer Wahrscheinlichkeit geringe Downloadzahlen und fehlende Sichtbarkeit.

In Sachen App Marketing entscheidet zu einem Großteil die reine Aufmerksamkeit über Erfolg und Misserfolg der mobilen App. Die Vermarktung der App beginnt hier bereits mit der App Store Optimierung, also dem SEO innerhalb des App Stores, und einem aussagekräftigen App-Namen und App-Icon. Ein schön gestaltetes App-Icon mit kurzem, prägnantem Titel klickt der Nutzer gerne an. Auch im App Store sollten die grundsätzlichen Angaben – wie der Beschreibungstext und die Vorschaubilder – aussagekräftig sein. Beim Beschreibungstext entscheiden die ersten 200-300 Zeichen. Aber auch mit den Vorschaubildern und etwas Kreativität können die Vorteile und Einsatzzwecke ausdrucksstark in Szene gesetzt und ganze Use Cases erzählt werden. Mobile Apps wie „Vine“ oder „Pocket“ zeigen, was in Sachen Vorschaubildern möglich ist. Bei der Entscheidung zum Download oder nicht-Download entscheiden zudem zu einem großen Teil die App-Bewertungen anderer App-Nutzer. Gute Bewertungen initiieren Downloads und stellen Inhalte für PR-Aktivitäten bereit. (4) Mit der Vergabe passender Schlagwörter (Tags) für den App Store stellt die Sichtbarkeit auch bei gezielter Suche der Smartphone-Nutzer sicher. Immerhin ein Drittel der Smartphone-Nutzer finden neue Apps mit Hilfe der Suche im App Store. Bei der Tag-Vergabe kann man kreativ über den Tellerrand schauen – jedoch nur, wenn mit jedem Schlagwort Eigenschaften der mobilen App beschrieben werden. Bei den Suchergebnissen entscheiden dann die unmittelbaren Downloadzahlen – was Fluch und Segen gleichermaßen bedeuten kann. Platz 17 im Suchergebnis wird wenig zielführend sein, ist jedoch abhängig von der Bekanntheit und Popularität der App. (5) Da Smartphone-Nutzer häufig über die Suche im App Store neue Mobile Apps finden, ist besonders die App Store Optimierung ein wichtiger Grundbaustein im App Marketing.

Aussagekräftige Einträge im App Store sind ein zentraler Baustein im App Marketing.

Kontinuität statt einmaliges Feuerwerk

App Marketing sollte langfristig gedacht werden und bereits vor dem Launch im App Store beginnen. Über eine zusätzliche responsive Landingpage zur Mobile App kann eine Plattform geschaffen werden, um Leads potenzieller Interessenten zu generieren. Mit einem Newsletter zum Launch an diese Kontakte können die ersten Downloads als Initialzündung garantiert sein. (6)

Nach der Veröffentlichung sollte mittels App Marketing ein erster Aufmerksamkeitsschub erzeugt werden – App Boost genannt. Damit erscheint die neu verfügbare App für einige Zeit in den Top-Charts und erzielt unter Umstände und mit etwas Gefallen in der Redaktion des App Stores redaktionelle Erwähnungen als „App der Woche“. Selbst wenn die dafür notwendigen Downloads im ersten Schritt gekauft sein sollten, bringt die gesteigerte Sichtbarkeit ein Vielfaches generischer Downloads und damit erste Erfolge bei der App Vermarktung. (7) Hier können incentivierte Downloads schnell Downloadzahlen aufbauen. Allerdings mit der Gefahr der fehlenden Loyalität und der einmaligen Nutzung – in Abhängigkeit der Qualität der App natürlich. Das Ranking in den Charts im App Store setzt sich neuerdings nicht mehr nur aus quantitativen Downloadzahlen zusammen. Vielmehr sind es die qualitativen Faktoren aus der folgenden Auflistung, die mitentscheidend über das App Ranking sind:

  • Anzahl von Downloads
  • Download-Häufigkeit (in einer bestimmten Zeit)
  • Häufigkeit der User-Bewertungen
  • Anzahl der vergebenen Sterne bei der User-Bewertung (8)

Damit gewinnt die Qualität der App eine deutlich höhere Bedeutung. Bei kostenpflichtigen Apps hilft es zudem, in der Einführungszeit die Mobile App kostenlos oder reduziert anzubieten, um die Downloadwahrscheinlichkeit zu steigern und zugleich (im Idealfall positive) User-Bewertungen zu sammeln.

Der Aufmerksamkeitsschub zu Beginn zielt auf eine höhere Präsenz in den sozialen Netzwerken, Sichtbarkeit in Print- und Onlinemedien und Mund-zu-Mund-Propaganda ab. Blogposts, persönliche Empfehlungen, Shares oder Retweets – es gibt viele Möglichkeiten zur Aufmerksamkeitssteigerung. Besonders Social Media Marketing ist hier die wirksamste Methode beim App Marketing und steht der eigentlichen App Store Optimierung in nichts nach. Die App Vermarktung über die sozialen Netzwerke ist relativ kostengünstig, treffgenau und viral. Schnell lässt sich hier das Engagement der Nutzer steigern und über World-of-Mouth positive Effekte werden. (8) Neben den bekannten Facebook Install Ads bieten sich hier die sogenannten Engagement Ads an, über die direkte Features der mobile App beworben werden können. Aber auch YouTube entwickelt sich zum wichtigen Werbemedium – und als ideale Plattform für kurze, einprägsame App Promotion-Videos. Weitere Optionen der App Vermarktung stellen PR-Maßnahmen, Mobile Advertising oder auch Werbebuchungen im Internet dar, um weitere Reichweite zu generieren.

Die Aufmerksamkeit für die Mobile App wird im Zeitverlauf trotz App Vermarktung abflachen. An dieser Stelle ist ein guter Zeitpunkt durch Updates wieder auf sich aufmerksam zu machen. Über ein kontinuierliches Tracking der Downloads, der Auswertung der Nutzer-Bewertungen und der Nutzung in-App ist es möglich, kontinuierlich Ansatzpunkte für Optimierungen und Updates zu filtern. Gleichzeitig sind auch die Maßnahmen des App Marketings zu tracken, um die Effizienz in diesem Bereich zu erhöhen. Neue sinnvolle Features und Optimierungen bringen in regelmäßigen Abständen die mobile App wieder ins Gedächtnis der Nutzer. Ein optimiertes App Marketing aufgrund der Trackingdaten ermöglicht eine gezieltere Ansprache der anvisierten Zielgruppe. Und der Kreislauf mit Hilfe von aktivem App Marketing kann erneut beginnen – innerhalb und außerhalb der Grenzen des App Stores.

Vor der Vermarktung steht die zündende Idee

Selbst das ausgeklügelte App Marketing-Konzept ist wertlos, wenn die Mobile App selbst keinen echten Mehrwert bietet und wenig innovativ ist. Die durch App Marketing generierten Downloads sind nur hilfreich, wenn anschließend eine dauerhafte Nutzung der mobilen App erfolgt. Nur bei regelmäßiger Nutzung kann die App wirklich das kleine, digitale Helferlein im Alltag der Smartphone-Nutzer sein.

Die zündende Idee und eine gute Usability entscheiden darüber, ob die Mobile App neben den zig weiteren Wetter-Apps, Spiele-Apps etc. erfolgreich sein kann. Das Erfolgsbeispiel von „mytaxi“ für Taxibestellungen zeigt, wie mit einer mobilen App eine komplette Branche revolutioniert werden kann. Schlechte Apps hingegen provozieren schlechte Bewertungen. Schlechte Bewertungen bewirken mit großer Wahrscheinlichkeit sinkende Downloadzahlen – ein Strudel-Effekt entsteht, aus dem ein Unternehmen auch mit Updates nur schwer wieder herauskommen kann. (9)
Nutzer stellen heutzutage vielfältige Anforderungen an Mobile Apps – wie gute Bedienbarkeit, Nutzwert oder der Preis – Nutzungskriterien, die es zu berücksichtigen gilt.

Die Kriterien im Überblick, die Nutzer an eine Mobile App stellen.

Hinter einer App steht mehr als nur die Entwicklung. Es ist richtig, dass Unternehmen zwingend an eine unternehmenseigene App denken sollten. Allerdings ist nur eine gute Mobile App mit hoher Sichtbarkeit in den App Stores ein Gewinn für das Unternehmen, dessen Image und den Smartphone-Nutzer. Keine leichte Aufgabe und ein Thema, das unbedingt ganzheitlich betrachtet werden sollte. Egal ob Idee, Konzept, Design oder App Marketing – bei uns erhalten Sie Erfahrung, Kompetenz und Beratung aus einer Hand.

Quellen:

(1): http://de.statista.com/statistik/daten/studie/208599/umfrage/anzahl-der-apps-in-den-top-app-stores/

(2): http://de.statista.com/statistik/daten/studie/244984/umfrage/private-internetnutzung-mobile-apps-vs-mobile-internetbrowser/

(3): http://apps.bosch.com/de/index.htm

http://www.audi.de/de/brand/de/erlebniswelt/audi_multimedial/audi_apps/modelle.html

(4): http://www.mobile-zeitgeist.com/2012/05/07/app-vermarktung-was-wirklich-zieht/

(5): http://www.mobile-zeitgeist.com/2012/05/21/app-store-seo-wunderwaffe-oder-hype/

(6): http://www.mobile-zeitgeist.com/2013/08/05/mobile-startups-insights-app-marketing-oder-von-der-kunst-der-aufmerksamkeit/

(7): http://www.appmarketingagentur.de/app-marketing/boost-kampagnen-im-app-marketing

(8): http://appurify.com/blog/study-correlation-between-ratings-reviews-and-rankings-in-the-apple-app-store/

(9): http://www.appmarketingagentur.de/app-marketing-kosten/app-marketing-was-funktioniert-2013

(10): http://www.mobile-zeitgeist.com/2013/08/05/mobile-startups-insights-app-marketing-oder-von-der-kunst-der-aufmerksamkeit/